Mein Job und ich Haselünner Schulleiter über Handys und kuriose Antworten

Fragen über Fragen, Anregungen und auch Beschwerden. Schulleiter Thorsten Giertz hat für jeden Schüler ein offenes Ohr. Foto: Ann-Christin FischerFragen über Fragen, Anregungen und auch Beschwerden. Schulleiter Thorsten Giertz hat für jeden Schüler ein offenes Ohr. Foto: Ann-Christin Fischer

Geeste. Peter Pan ist der König von Schweden? Thorsten Giertz ist Schulleiter an der Bödiker Oberschule und erzählt in unserer Serie „Mein Job und ich“, was er im Alltag so erlebt.

Dass Sie Unterschriften unter Zeugnisse setzen, ist klar. Wie sieht sonst Ihr Alltag aus?

Also ich sitze nicht nur im Büro und warte auf Arbeit (lacht). Mein Büro ist quasi die Schaltzentrale für den Geschäftsverteilungsplan, der klar macht, wer welchen Bereich übernimmt. Die Schulleitung ist ein Team und mein Part ist die tägliche Organisation des Schulablaufes und der zukunftsorientierten Schulentwicklung. Dazu gehören viele Gespräche mit Eltern, Schülern und Kollegen und unserem Sozialarbeiter sowie die Budgetverwaltung. Aber auch die Organisation und Vermittlung der bildungspolitischen Änderungen, die sich im Schulalltag der Kollegen niederschlagen und dort umgesetzt werden müssen, die Schaffung von Kooperationen mit außerschulischen Kooperationspartnern als auch die Gestaltung des Übergangs von den Grundschulen zu unserer Schule sowie zu den späteren weiterführenden Einrichtungen für unsere Schüler gehört zum Aufgabenfeld des Schulleiters. Dieser Posten ist sehr umfangreich und auch mit einer hohen Verantwortung belegt.

Sie tragen eine große Verantwortung, wie auch die Schüler, die ihren Alltag bewältigen müssen. In welchem Bereich möchten Sie den Schülern gerne Nachhilfe geben?

Nachhilfe ist ein zu starkes Wort. Aber Unterstützung passt. Für die Kinder wollen wir ein Ort der Verlässlichkeit sein, sie dürfen uns vertrauen, denn wir wollen mit ihnen Schule als einen zentralen Lebensraum in ihrem Alltag gestalten, sodass sie sich aufgehoben und geschützt und zugleich gefördert und gefordert erleben, eben wahrlich begleitet.

Und wie können die Eltern Ihnen helfen, den Kindern zu helfen?

Sie helfen uns bereits, denn sie wenden sich mit ihren Fragen, Anregungen und Problemen an uns. Auch für die Eltern gilt dieses Anliegen, als Schule für sie verlässlicher Ort des offenen Gespräches und der Begleitung zu sein.

Welche Probleme gehören denn nicht in die Schule?

Auf den Satz „Damit habe ich nichts zu tun!“ kann sich eigentlich kein Lehrer berufen, denn Schule ist Teil der Lebenswelt der Schüler. Aber beim Thema Handy stoßen wir manchmal an unsere Grenzen.

Warum?

Es kommt oft zu Problemen und Schwierigkeiten in der Kommunikation. WhatsApp ist so eine Sache, die für Schüler unter 18 Jahren eigentlich gar nicht erlaubt ist, aber genutzt wird. Der Privatgebrauch von Handys im Unterricht ist verboten. Für den medialen Einsatz ist es erlaubt, auch in den Pausen. Aber nicht alle halten sich daran.

Was ist das Verrückteste, was ein Schüler zu Ihnen gesagt hat?

Manche Antworten sind lustig. Wenn zum Beispiel der König von Schweden im 30-jährigen Krieg mit Peter Pan bezeichnet wird.

Sie haben viel Stress in Ihrem Beruf, warum lieben Sie ihn trotzdem?

Der Beruf ist so vielfältig. Es gibt immer Dinge, die den Alltag durchbrechen, der Tag lässt sich oft nicht planen. Besonders begeistern mich die Momente, in denen Schüler über sich hinauswachsen, weil sie in schulischer Unterstützung eigene Talente entdecken und weiter ausbilden konnten.

Gibt es dann Seminare „So werden Sie ein Schulleiter“?

Ja. Jeder nimmt an einer mehrwöchigen Qualifizierung statt. Thematisch geht es dort besonders um das große Feld des Managements einer Schule, was unter dem Leitgedanken der eigenverantwortlichen Schule eine großen Handlungsspielraum, aber eben auch einen großen Verantwortungsbereich darstellt.


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