Service-Point von Leukin In Haselünne typisieren lassen und Leben retten

Von Carola Alge

Mund auf –Stäbchen rein – Lebensretter sein. Foto: DKMSMund auf –Stäbchen rein – Lebensretter sein. Foto: DKMS

Haselünne. Leukämie. Die Diagnose trifft in Deutschland jährlich etwa 16000 Menschen. Um ihnen durch Knochenmarkspenden zu helfen, baut Leukin (Verein zur Hilfe leukämiekranker Kinder) sogenannte Service-Points auf. Einer entsteht in Haselünne.

Bis vor wenigen Monaten konnten sich Spender lediglich auf den organisierten Typisierungsaktionen des Vereins Leukin oder direkt über die DKMS in unserer Region typisieren lassen. Seit einem Jahr gibt dauerhafte Anlaufstellen in der Region um noch mehr potenzielle Spender für die Registrierung in der Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu erreichen.

Erster Service-Point in Ostrhauderfehn

Nachdem der erste Service-Point in Ostrhauderfehn von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde, reifte aus der ursprünglichen Idee ein Konzept, das expandieren sollte. Ziel der jetzt fast 50 Service-Points ist, eine Anlaufstelle zu bieten, die an Werktagen zu den Geschäftsöffnungszeiten ohne Voranmeldung oder Terminabsprache erreichbar ist. Die Service-Points informieren über Leukin . Man kann dort Mitgliedsanträge, Spendendosen für Geschäftsräume oder Veranstaltungen erhalten oder sich mittels Speichelprobe typisieren lassen. Die Typisierungen werden durch Leukin an die DKMS weitergeleitet. Spenden werden zu 100 Prozent für die Typisierungen verwendet. Für den Spender ist eine Typisierung kostenlos.

Weitere Standorte geplant

Leukin konnte bisher durch Typisierungsaktionen weltweit 632 Menschen das Leben retten und typisierte mehr als 58000 Menschen. Die Service-Points sollen die Zahl der Spender und damit die Zahl der geretteten Leben weiter steigern. Um ein flächendeckendes Netz mit Anlaufstellen zu schaffen sind weitere Standorte geplant.

Alle gesunden Frauen und Männer im Alter von 17 bis 55 Jahren können sich als Stammzellspender registrieren lassen. Wer selbst an einem Bluttest nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, in Form einer Patenschaft einem anderen Spender die Typisierung zu ermöglichen. Wichtigstes Ziel ist es, die Spenderdatei zu erweitern.

Gewebemerkmale

Für ein Drittel der Leukämie kranken Patienten stellt die Stammzellspende (früher Knochenmarkspende genannt) die einzige und letzte Chance dar, zu überleben.

Damit die Transplantation Stammzellen erfolgreich sein kann, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient nahezu identisch sein. Oftmals müssen hunderte oder tausende Proben verglichen werden, um den „genetischen Zwilling“ zu finden. Voraussetzung hierfür ist der Bluttest, die Typisierung, wobei lediglich fünf Milliliter Blut abgenommen werden.

Aplastische Anämie

Die Stammzelltransplantation wird mittlerweile nicht nur erfolgreich bei der Bekämpfung von Leukämie eingesetzt, sondern auch bei der Bekämpfung weiterer Krebsarten und Stoffwechselerkankungen, wie zum Beispiel Lymphdrüsenkrebs, Brust- und Hodenkrebs oder der sogenannten aplastischen Anämie. Nach Auskunft der DKMS gibt es immer noch Vorbehalte gegen den Eingriff der Stammzellentnahme. Weitere Aufklärung ist daher besonders wichtig: „Richtig ist, dass die Zellen unter Vollnarkose aus dem Knochenmark (nicht Rückenmark) des Beckenkamms entnommen werden“ erklären die DKMS-Experten . Alternativ dazu setze sich heute die sogenannte periphere Stammzellentnahme weiter durch. Dabei wird ein Verfahren eingesetzt, das ähnlich der Dialyse funktioniert: Aus dem Blutkreislauf werden über mehrere Tage hinweg Stammzellen herausgefiltert. Die Vollnarkose kann sich der Spender so ersparen.

Den Leukin Sevice-Point finden Sie in Haselünne in den Räumen der Naturheilpraxis von Christine Hoffmeister, Elterner Straße, Tel. 0 5961/476.