NABU-Projekt in Haselünne Pflanzenbestand im Hasetal wird erfasst

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Haselünne Eine Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) kartografiert derzeit das Hasetal zwischen Haselünne und Meppen. Dabei wird der gesamte Pflanzenbestand am Ufer aufgenommen: Jeder Baum, jeder Busch und Pflanzen, die dort eigentlich gar nicht hingehören.

Im Juni 2016 begannen die Vermessungsaktion im Hasetal. Die Idee dazu entstand im Kontakt mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Primäres Ziel der Bestandsaufnahme war zunächst der Baumbestand: „Wir wollten besonders schützenswerte Exemplare entlang des Flusslaufes zu erfassen“; erzählt Jutta Over, Geschäftsführerin des NABU in der Region. Die Erhebung soll primär schützenswerte Bäume verzeichnen, um diese bei künftigen Holzfällarbeiten zu bewahren. „Wo ein kompletter Erhalt nicht möglich ist, soll zumindest der Stammkörper der verzeichneten Bäume erhalten bleiben, um sich erneut ausbilden zu können“, sagt Over. Seitens des NABU, erklärt sie, stehe bei dem Projekt der naturnahe Erhalt der Flussauen im Vordergrund. Mehr News aus Haselünne auf noz.de

Kleinschrittige Arbeit

Mittlerweile geht das junge Projekt über den Baumbestand hinaus. Einmal wöchentlich trifft sich Over mit einer Gruppe von freiwilligen Helfern, um verschiedene Abschnitte entlang der Hase zu erfassen. Verzeichnet werden dabei auch Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen. Und Neophyten - invasive Pflanzenarten, die sich fern ihrer Ursprungsregion verbreiten. Entlang der Hase ist das vor allem das Drüsige Springkraut: Immer wieder stößt die Gruppe um Over entlang des Ufers auf Vorkommen der aus Indien stammenden Pflanze. Kleinere Populationen werden mitunter direkt ausgerissen, größere auf der Karte verzeichnet und später entfernt. Die Arbeit vollzieht sich dabei sehr kleinschrittig, penibel wird die Bewachsung mittels GPS-Daten geortet und dann kartiert.

Noch 46 Kilometer ausstehend

Den Baumbestand auf einem Abschnitt bei Groß Dörgen etwa machen vor allem Weiden aus. Deren genauere Klassifikation ist nicht immer einfach: „Weidenbestimmung ist die hohe Kunst der Botanik“, beschreibt Over. Anhand eines Bestimmungsschlüssels, den ihr Kollege David Janßen erstellt hat, vergleicht die Gruppe Baumblätter mit Mustern der Publikation. Auf dem knapp 200 Meter langen Abschnitt werden so vier verschiedene Weidenarten ermittelt. Wann das Projekt abgeschlossen ist, steht derzeit noch in den Sternen: Von Bokeloh ausgehend sind bis jetzt sieben Kilometer beidseits des Ufers dokumentiert - weitere 46 durch das gesamte Ortsgebiet von Haselünne stehen noch aus. Sind diese verzeichnet, sollen sie mit Unterstützung des NLWKN als Kartenwerk publiziert werden.

Interesse am Kartieren? Die NABU-Gruppe sucht weitere freiwillige Helfer für das Projekt. Anmeldungen sind unter NABU. EL-NOH@t-online.de möglich.


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