Leben und Wohnen in Zukunft Autos unter der Stadt von Haselünne?

Von Carola Alge


Haselünne. Wie sieht das Leben und Wohnen in Haselünne in Zukunft aus? Zwei ehemalige Schüler der Bödiker Oberschule haben sich dazu Gedanken gemacht. In Miniatur ist ihre Stadtgestaltung noch bis Anfang August im Haselünner Rathaus zu sehen.

Die Idee für das Projekt hatten die damaligen Schüler der Bödiker Oberschule bereits in der 7. Klasse in einer Physik-AG ihres Lehrers Antonius Derda. Er betreute die Jugendlichen auch noch bei ihrem Projekt, als sie bereits keine Schüler der Oberschule mehr waren.

Futuristische Darstellung

Im Zentrum der futuristischen Darstellung Haselünnes sehen die Jugendlichen ein Gewächshaus und Wohneinheiten mit einem Park als Öffentlichkeitsbereich, zwei Wohngebiete, eine Energie-Umwandlungsstation sowie einen Bürger- bzw. Naturpark. „Wir haben diese Bereiche strategisch genau angelegt, um ein harmonisches Stadtbild zu schaffen“, so Projektbetreuer Antonius Derda.

Energetische Quellen

Ein Anliegen sei es, einen bewohner- und naturfreundlichen Bereich in die Stadt zu integrieren. Neben der Verwendung etlicher energetischer Quellen und Erzeuger haben die früheren Oberschüler besonderen Fokus auf die möglichen Verhältnisse der Zukunft gelegt. Dazu gehören, so Johannes Backsmann und Christopher Borken, unter anderem die Verlegung des Hauptverkehrs durch Autos und Züge in den Untergrund. Außerdem soll der Verkehr in den Umweltzonen umweltfreundlich betrieben werden.

Eigene Erfahrungen fließen ein

Bei dem auf experimenteller Basis durchgeführten Projekt stellten die beiden Haselünner fest, „dass es nicht immer einfach ist, eine Vision zu realisieren und die eigenen Theorien umzusetzen“., Viele Ideen, Hinweise und Eindrücke, die ihnen im Laufe der Schulzeit vermittelt wurden, hätten ihre Spuren bei der Verwirklichung des Modells hinterlassen. Aber auch die eigenen Erfahrungen im Umgang mit Natur und Technik und ihrer Umgebung spielten mit hinein.

Auch an Grenzen gestoßen

Bei der Umsetzung hätten sie ihren Horizont in puncto Machbarkeit sicher erweitert. Aber sie seien auch an technische und zeitliche Grenzen gestoßen. Am Ende dieser experimentellen Gratwanderung, wie die jungen Männer sie nennen, hätten sie „vieles erreicht“ und könnten sich mit dem Projekt identifizieren. Mehr noch. Es könne an vielen Stellen weiterentwickelt werden. Bei einer zunehmenden Verknüpfung der vielen erneuerbaren Energien könnte eine Stadt zu einem autonomen Netzwerk zusammenwachsen. Dadurch ließe sich, so Derda, eine „verlustfreie Energiewandlung, -speicherung und -ausnutzung erreichen.“

Viele Energiequellen

Das größte Potenzial ihres Projekts sehen die Haselünner in ihrem Gewächshaus, da es einzigartig in seiner Struktur und in seinem Nutzen sei. Als wegweisend stufen sie die Verknüpfung vieler Energiequellen und die Architektur ein. „Bei genauerer Betrachtung kann man sich ein sehr gutes Bild davon machen, was einen in der Zukunft erwarten könnte“, finden Backsmann und Borken.

Mit dem Modell und einem entsprechenden Projektfilm wollen sie sich für den Klimaschutzpreis der RWE 2016, für den Bundesumweltwettbewerb BUW, für den Allianz-Umweltwettbewerb und für die Ideen-Expo 2017 in Hannover bewerben.


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