Mit La Paloma unter weißen Segeln Tag der Shantychöre im Haselünner Berentzen-Hof

Von Heiner Harnack


Haselünne. Seit elf Jahren zählt der Tag der Shantychöre in Haselünne zu den kulturellen Höhepunkte des Sommers. Erneut konnten die Veranstalter auf einen bis auf den letzten Platz gefüllten Berentzen-Hof blicken.

Der Wettergott hatte es in diesem Jahr gut gemeint mit den Liebhabern maritimer Musik im Emsland. Vier Stunden Sonne pur ließ Petrus erstrahlen, so dass man nicht in die vorsichtshalber gebuchten Räumlichkeiten der alten Abfüllung des Hauses Berentzen umziehen musste.

Viele Auftritte

Im vergangenen Jahr schüttete es noch derart vom Himmel herab, dass die Veranstaltung bereits nach zwei Stunden vorzeitig beendet werden musste. Bevor die ersten Hits erklangen, erinnerte Vorsitzender Hubert Kraatz vor gut 500 Zuhörern an die Auftritte des Haselünner Chores. „Wir waren in der schönen Stadt Prag und durften an geschichtsträchtigen Plätzen unsere Lieder singen“, war Kraatz sichtlich stolz, dass der gute Ruf des Chores sich auch bis ins europäische Ausland herum gesprochen hatte. Zudem sei die dreitägige Teilnahme am Festival vor prächtiger Hafenkulisse im niederländischen Delfzijl ein unvergessliches Erlebnis für die Mitglieder gewesen. Natürlich fehlten die bekannten Hits, wie „La Paloma“, „Am Golf von Biscaya“ oder „Ein Schiff wird kommen“ nicht, mit dem die legendäre Lale Andersen bereits im Jahre 1960 monatelang die Hitparaden anführte.

Eine kurzfristige Absage

Der Shantychor Haselünne hatte zunächst auch die Musikfreunde aus Barßel eingeladen, die aber wegen mehrerer Krankheitsfälle absagen mussten. Hubert Kraatz dankte dem Shantychor Overledinger Jungs Collinghorst, dass dieser kurzfristig hatte einspringen können.

Aus Klazienaveen in Holland waren die Eemslander Shantys angereist, die ebenso wie alle anderen Chöre, sowohl gesanglich wie instrumental mit den gut aufgelegten Akkordeonspieler überzeugen konnten.

Wehmütige Komponente

Eine etwas andere, sehr wehmütige Komponente, hatte der Shantychor Haselünne mit dem „Ave Maria der Meere“, gesungen vom Solisten Günter Perk, ins Programm eingeflochten. Arrangiert von Michael Büter und Jörg Raue, erinnert dieses Lied an die Qualen und Nöte der Seeleute, die früher, bei karger Heuer, teils monatelang auf den Weltmeeren unterwegs waren. Zum Schluss durfte das „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ und sehr passend: „Dann geht es mit Volldampf nach Hause“ nicht fehlen.

Die Verantwortlichen des Shantychores Haselünne hatten wieder einmal das richtige Potpourri zusammengestellt. So dürfte es auch im kommenden Jahr zum zwölften Mal wieder „unter weißen Segeln“ nach Haselünne gehen, wo mit einem „Sailing home“ der Anker erneut geworfen wird.