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Übergriff in Waldstück Verfolgte ein Mann eine Haselünnerin bis nach Hause?

Von Carola Alge

Ihre Angst hat die 25-Jährige nach dem Vorfall in einem Wald bei Haselünne noch nicht überwunden. Die Polizei ermittelt.  Symbolfoto: Michael GründelIhre Angst hat die 25-Jährige nach dem Vorfall in einem Wald bei Haselünne noch nicht überwunden. Die Polizei ermittelt. Symbolfoto: Michael Gründel

Haselünne. Es ist in Albtraum für viele Frauen: Man ist nachts allein auf dem Heimweg von einer Feier oder aus einer Diskothek und wird überfallen. So soll es einer 25-jährigen Haselünnerin ergangen sein. Unsere Redaktion hat mir ihr am Sonntag über den Vorfall gesprochen.

Die junge Frau wurde, wie bereits berichtet , auf dem Rückweg von der Lingener Diskothek „Joker“ in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr von einem Fremden aus dem Auto gelockt und angegriffen.

Ast auf Fahrbahn als Hindernis

Der Vorfall, den die Polizei bestätigt, ereignete sich in einem Waldstück zwischen den Haselünner Ortschaften Klosterholte und Bückelte. Den Vorfall schildert die junge Frau am Sonntag im Gespräch mit unserer Zeitung so: „Der Mann hatte auf dem Haverbecker Esch einen Ast auf die Fahrbahn gelegt, sodass ich im Dunkeln mit meinem Auto anhalten und aussteigen musste. Als ich das Hindernis wegräumen wollte, ist er aus dem Gebüsch gesprungen und hat versucht, mich in einen weißen Bulli zu zerren.“ Die hinteren Scheiben des Fahrzeugs sind nach ihren Angaben hinten mit weißer Folie beklebt.

Frau beherrscht Kickboxen

Die Haselünnerin, die Kickboxen beherrscht, wehrte sich gegen den Unbekannten mit Tritten ins Gesicht. Die 25-Jährige geht davon aus, dass sie dem Mann durch einen Tritt die Nase gebrochen hat. „Es hat geknackt.“

Als der Übergreifer von ihr daraufhin abgelassen habe, sei sie mit ihrem Auto entkommen. Von einem Parkplatz verständigte sie die Polizei in Haselünne, die zu dem Waldstück fuhr und Spuren sicherte. Auf dem Parkplatz wartete die junge Frau eine Weile, berichtete einem Freund per Handy von dem Vorfall. Das Folgende beschreibt die junge Frau im Gespräch mut unserer Redaktion so. „Als ich von dem Parkplatz nach Hause fuhr, bemerkte ich einen weißen Bulli im Rückspiegel. Ich fuhr deshalb länger als eine viertel Stunde Umwege, weil ich Angst hatte, dass es sich um das Fahrzeug handelt, in das ich gezerrt werden sollte. Der Bulli war mindestens fünf Minuten hinter mir. Später, als ich zu Hause war, tauchte der Bulli noch einmal vor dem Haus auf, in dem ich wohne.“

Angst vor weiterer Verfolgung

Die 25-Jährige hat Angst, dass der Mann sie weiter verfolgen könnte. „Ich habe ihm schließlich die Nase gebrochen.“ Sie hat aber auch Angst, „dass er anderen Frauen so etwas antut, die sich dann nicht so wie ich verteidigen können.“ Den Vorfall in dem Waldstück, durch das sie wegen einer Sperrung der Bundesstraße 213 zwischen Lingen und Haselünne gefahren ist, nimmt sie zum Anlass, zu warnen. „Man sollte, wenn irgendetwas ist, zuerst die Polizei informieren und schon gar nicht nachts, wenn man alleine unterwegs ist, aussteigen.“

Wer kennt Unbekannten?

Die Ermittlungen der Polizei laufen. Weitere Details gibt sie derzeit nicht bekannt, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Der Unbekannte soll etwa 35 Jahre alt, 1,85 Meter groß und schlank gewesen sein, dunkle mittellange Haare und einen Drei-Tage-Bart haben. Er trug eine dunkelblaue Jeanshose und einen dunklen Pullover sowie schwarze Sportschuhe der Marke Nike Air Max. Wer etwas beobachtet hat, was im Zusammenhang mit dem Vorfall steht, sollte sich bei der Polizei Meppen unter Tel. 0 59 31/9490 melden.