Tiere bekannt und beliebt Haselünnerin hält vier Alpakas

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Haselünne. Viele Mädchen träumen von Pferden, hätten gern ein Pony. Auch Lydia Töben wünschte sich als Kind ein Huftier: ein Alpaka. Inzwischen hat sich die Haselünnerin den Wunsch erfüllt, besitzt vier Alpakas.

Wallach Benno, die Stuten Sunny und Frieda und Jungtier Lucy bilden die kleine Herde, die die 36-Jährige aus Hobby auf einer großen Weide hinter ihrem Haus im Loher Feld hält. Dort sind die Tiere vielen bekannt. „Es bleiben vor allem immer wieder Radfahrer stehen, die die Tiere von der Straße aus sehen.“ Aber auch Bekannte mit Kindern kommen regelmäßig, um sich die Tiere aus der Nähe anzusehen, sie zu streicheln.

Spucken nicht

Gefahrlos zu streicheln, ohne eine Spuck-Dusche abzubekommen. Anders als Lamas, die Menschen aus Stress durchaus anspucken, wenn sie ihnen zu nahe kommen, tun Alpakas das nicht. „Sie spucken höchstens mal untereinander beim Gerangel um Futter“, räumt die Heilerziehungspflegerin mit einem gängigen Vorurteil auf.

Und so ist es. Als ich mich ihnen durch den Stall, der ihnen bei schlechtem Wetter als Schutz dient, nähere, kommen mir zwei Alpakas entgegen. Sie gucken neugierig aus ihren großen

Unerwartet tragend

Augen, schnuppern an meiner Hand, die ich ihnen langsam unter die Nase halte. Das Duo begleitet mich zur Weide. Auf dem Weg fällt die kleine Lucy auf. Sie ist jetzt ein halbes Jahr alt. Dass sie die bis dahin dreiköpfige Herde einmal vergrößern würde, ahnte niemand.

Keiner wusste, dass ihre Mama, Frieda, tragend war. Im Gegenteil. Töben dachte noch, der Vater habe die damals erst ein halbes Jahr alte Stute dick gefüttert. „In dem Alter wird eine Stute normalerweise noch nicht tragend.“ Frieda aber war es nun einmal von einem Hengst, mit dem sie eine Weile zusammen lief.

Jungtier schaut lustig

Das Ergebnis nach einem Jahr Tragezeit: einfach nur niedlich. Lustig schaut das Jungtier aus seiner „Punk-Frisur“ in die Gegend, verzieht das Maul immer wieder so, als grinse es. Lucy, im September 2015 geboren, orientiert sich noch viel an Mama Frieda. Vor allem in den letzten Tagen, als sie sich beim Toben am Hinterlauf verletzte. Töben entdeckte die große Wunde bei der jährlichen Schur. Ein Tierarzt, der selbst Alpakas hält, versorgte Lucy. Spuren des Blausprays, das immer noch auf sein bräunliches Fell aufgetragen wird, sind von Weitem erkennbar.

Familie hilft

Beim Versorgen von Lucy und den drei erwachsenen Huacaya-Alpakas bekommt Töben, gerade Mutter eines Sohnes, durch die ganze Familie Hilfe. „Meine Familie hilft mir bei der Versorgung.“ Ihr Vater schaut regelmäßig nach den Tieren, ihre Nichten und Neffen helfen beim Füttern und beim Ausmisten. Eine Nichte entdeckte auch das nicht erwartete Alpaka-Junge in der Weide.

Das Quartett läuft auf einer 2000 Quadratmeter großen Weide in der Nähe des Hauses. Zu hören sind die Tiere nicht. Im Gegenteil. Sie strahlen große Ruhe aus. Ihr Gang hat fast etwas Majestätisches. Wenn sie Zeit hat, verbringt Lydia Töben sie gern einfach damit, ihren langhalsigen Alpakas zuzusehen.

Gras und Heu beliebt

In der Versorgung sind ihre Tiere nicht sonderlich anspruchsvoll. Sie ersetzen gern mal den Rasenmäher, fressen Gras und Heu als Zusatzfutter. Ähnlich wie Pferde lieben sie Gemüseschalen und Kraftfutter. Das bekommen die vier, die bis zu 25 Jahre alt werden können und deren Rasse ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammt, als eine Art Leckerlie.

Herde soll erweitert werden

Noch in diesem Jahr möchte Lydia Töben ihre kleine Herde erweitern. Beide Stuten sollen gedeckt werden. Wenn alles klappt, laufen auf ihre Weide nach 360 Tagen Tragezeit zwei weitere Jungtiere – und liefern später Wolle. 16 Kilo Wolle hat sie durch die Schur ihrer Tiere in diesem Jahr bekommen. In einer Fachfirma wird sie nun in Oberbetten verarbeitet. Vier Stück erhält Töben daraus, und damit ist ihr bald auch im Schlaf immer ein Teil der Tiere ganz nah, von denen sie als Mädchen träumte.


Alpakas wurden schon von den Inkas als Nutztier geschätzt – vor allen wegen seiner warmen und dicken Wolle. Die Tiere, vor 6000 Jahren domestiziert, passen sich schnell verschiedensten Umwelt- und Haltungsbedingungen an und sind auch in privater Haltung zunehmend beliebt.

Interessant: Bekommt ein Alpaka ein Junges, erfolgt die Geburt stets bei Tageslicht.

Wenn ein Alpaka ein Junges bekommt, geschieht die Geburt immer bei Tageslicht. Das liegt, so Alpaka-Halterin Lydia Töben, mit der Herkunft der Tiere zusammen. „Sie stammen ursprünglich aus den Bergen. Und dort ist es abends und nachts sehr kalt. Ein Jungtier würde bei einer Nachtgeburt kaum überleben.“

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