Albert Stegemann wirbt für Werte EU-Projekttag am Gymnasium St. Ursula in Haselünne

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Diskutierten intensiv über die Wertegemeinschaft Europas mit den Schülern: Frank Botterschulte (von links), Fachbereichsleiter Bildung beim Landkreis Emsland; Schulleitung Heidrun Hilken, MdB Albert Stegemann, Schülersprecher Alexander Bryant, Schüler Eyas Al Souliman und Politiklehrer Markus Schaefer. Foto: Büro StegemannDiskutierten intensiv über die Wertegemeinschaft Europas mit den Schülern: Frank Botterschulte (von links), Fachbereichsleiter Bildung beim Landkreis Emsland; Schulleitung Heidrun Hilken, MdB Albert Stegemann, Schülersprecher Alexander Bryant, Schüler Eyas Al Souliman und Politiklehrer Markus Schaefer. Foto: Büro Stegemann

Haselünne. Die Schüler am Kreisgymnasium St. Ursula in Haselünne haben am EU-Projekttag mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann über die Wertegemeinschaft Europa diskutiert.

„In Syrien sehen wir, was passiert, wenn Fundamentalisten allen ihre Sicht überstülpen wollen“, sagte Albert Stegemann. Er warb für ein Europa, das für die Würde des Menschen eintritt. Der EU-Projekttag wird mittlerweile im zehnten Jahr an zahlreichen Schulen durchgeführt, um für die europäische Idee zu werben.

„Wer sind wir?“, mit diesen Worten begrüßte Heidrun Hilken von der Schulleitung die Schüler der neunten bis elften Jahrgangsstufe zum EU-Projekttag. Mit den Werten Demokratie, Gleichberechtigung, Sicherheit, Wohlstand und Frieden skizzierten die Schüler daraufhin ihr europäisches Selbstverständnis. All diese Werte ließen sich von der unantastbaren Würde des Menschen ableiten, so Stegemann. Die Wertedebatte sei dabei nicht abstrakt. Vielmehr greife sie die grundsätzliche Frage auf, wie wir zusammenleben wollen.

Ist der europäische Traum gefährdet?

Politiklehrer Markus Schaefer hinterfragte als Moderator, ob der europäische Traum seiner Eltern nach Frieden und der seiner Generation nach offenen Grenzen nicht mittlerweile gefährdet sei. Diesem Gedanken widersprach Stegemann nachdrücklich. Zwar brauche Europa häufig länger, insgesamt sei man aber beim Umgang mit den Flüchtlingen und möglichem Terrorismus auf dem richtigen Weg. „Bei allem Ringen um gemeinsame Lösungen müssen wir respektieren, dass jedes Land eine eigene Geschichte und Kultur hat“, warb Stegemann für die Vielfalt in Europa.

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Auch Schülersprecher Alexander Bryant appellierte daran, für den gemeinsamen Traum einzustehen. Mit Blick auf die eigene Geschichte voller Kriege müsse Europa stolz auf das Erreichte sein, so der Schülersprecher. „Wir müssen zu dieser Erfolgsgeschichte stehen, sonst verlieren wir etwas ganz Großartiges“, betonte der geborene Engländer. Nach den Anschlägen von Paris hatte er mit seiner Mutter einen gemeinsamen Brief an die Schule geschrieben und zur Solidarität aufgerufen.

Syrischer Schüler berichtet vom Krieg

Ein Kontrastprogramm erlebten die Schüler, als ihr Mitschüler Eyas Al Souliman aus seinem Leben in Syriens Hauptstadt Damaskus berichtete. Vor dem Krieg wäre das Leben dort normal gewesen. Mit dem Ausbruch des Krieges habe man jedoch weder über politische noch religiöse Haltungen reden können. Der Schulbesuch sei an einem Tag möglich gewesen, dann wieder zwei Tage nicht, weil Bombenanschläge das Leben aller gefährdeten. Bildung wurde ebenso zur Glückssache wie das Überleben selbst. Diese Ungewissheit habe ihn über 3000 Kilometer weit in die Flucht getrieben.

Artikel zur Europäischen Union auf der Themenseite: www.noz.de/eu

Die Schülerinnen Emily Megger, Celina Feldker und Ann-Kathrin Altmeppen aus der Klasse 10a stellten die von ihnen gemachten Erfahrungen im Flüchtlingscafé im Pfarrhaus anhand eines Films vor. Mit Blick auf die Europaschule und „Schule ohne Rassismus“ betonte Frank Botterschulte als Vertreter des Schulträgers Landkreis Emsland, dass durch die Flüchtlinge viele Fragestellungen nun Realität geworden seien. Es hätten sich Herausforderungen ergeben, zugleich sei aber unheimlich viel positive Energie und Menschlichkeit freigesetzt worden. „Europa ist auch Haselünne“, unterstrich Botterschulte.


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