Hygienekampagne im St.-Vinzenz-Hospital Krankenhaus Haselünne wirbt: Keine Chance für Keime

Von Carola Alge


Haselünne. Unter dem Motto „Keine Chance für Keime“ startet das St.-Vinzenz-Hospital Haselünne GmbH seine Hygienekampagne.

„Wir krempeln die Ärmel für Sie hoch. Für Ihre Gesundheit“, „Nicht nur sauber, sondern rein“, ist auf zwei der zwölf entsprechend bebilderten Plakate zu lesen, die das Haselünner Krankenhaus im Zuge dieser Kampagne herausgebracht hat. Grund für die Aktion: In Deutschland treten jährlich etwa 400.000 bis 600.000 im Krankenhaus erworbene Infektionen auf. „Hochrechnungen gehen davon aus, dass pro Jahr annähernd 10.000 bis 15.000 Patienten an nosokomialen Infektionen sterben“, erläutert Verwaltungsdirektor Walter Borker. Eine nosokomiale Infektion ist eine Infektion, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung auftreten. Studien belegten, es könne von 80.000 bis 180.000 vermeidbaren Infektionen und 1500 bis 4500 vermeidbaren Todesfällen ausgegangen werden.

Gegen viele Antibiotika resistent

Als gefährlichster Problemkeim im Krankenhaus galt lange Zeit der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Er ist gegen viele Antibiotika resistent. Aufgrund von verstärkten Hygienemaßnahmen und Prävention ist das Aufkommen von MRSA in den meisten Ländern der Europäischen Union und auch in Deutschland rückläufig. Grund zur Entwarnung ist das nach Ansicht der Mediziner allerdings nicht. MRSA gilt weiter als der häufigste multiresistente Erreger in deutschen Krankenhäusern. Außerdem nimmt die Zahl anderer gefährlicher sogenannter mehrfachresistenter Bakterien deutlich zu. „Krankenhauskeime sind damit nach wie vor ein erhebliches Risiko für die Patienten“, betont Borker.

Eine Krankenhausinfektion kann verschiedenste Ursachen haben. Häufig erfolgt eine Infektion durch unzureichende Hygiene. „Nur durch konsequentes Umsetzen von Hygienerichtlinien kann dem entgegengewirkt werden“, so Sebnem Kaynak, Leitende Oberärztin für Krankenhaus-Hygiene.

Präventive Maßnahme

Im St.-Vinzenz-Hospital wurden deshalb als präventive Maßnahme „bereits ein konsequent durchgeführtes risikoadaptiertes Eingangs-Screening für alle bettenführenden Stationen etabliert, um frühzeitig Patienten mit resistenten Bakterien zu erkennen.“

Hände desinfizieren

Zudem stehen den Mitarbeitern, aber auch den Patienten und Besuchern an unterschiedlichen Stellen im Haus Möglichkeiten zur Verfügung, sich die Hände zu desinfizieren. Die Händedesinfektion ist die wichtigste hygienische Maßnahme, um die Weiterverbreitung von Keimen zu unterbinden.

Mitarbeiter werben

Durch die Hygienekampagne „Keine Chance für Keime“ wolle man noch einmal deutlich machen, welchen Stellenwert die Hygiene in der Patientenversorgung auch am Haselünner St.-Vinzenz-Hospital hat. Im Zuge der Aktion zu diesem wichtigen Thema werben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsgruppen wie Medizin, Pflege, Therapie, Service und Reinigung, auf Plakaten für mehr Sensibilität. Ihre Botschaft: Jeder könne mit seinem Verhalten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten leisten.

Die zwölf Plakate, aus deren Motiven auch ein Kalender entstehen soll, werden an verschiedenen zentralen Stellen des Krankenhauses aufgehängt.


Am 5. Mai 2016 findet der Welthändehygienetgag statt. Das Datum symbolisiert die zweimal fünf Finger des Menschen (fünf plus fünf). Händehygiene ist ein wichtiger Schutz vor Infektionen. In der Medizin versteht man unter Händedesinfektion ein Verfahren zur Verringerung der Zahl von Krankheitserregern auf der Haut der Hände mithilfe von Desinfektionsmitteln. So soll die Übertragung von Krankheitserregern (Bakterien und Viren) von einem Patienten zum nächsten vermieden und der eigene Schutz der im Gesundheitswesen beschäftigten Personen gewährleistet werden (mit Wikipedia und „Kleiner Kalender).