Naturschutz macht Fortschritte NABU-Emsland-Mitte stellt Jahresbilanz vor

Von Heiner Harnack

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Der neue Vorstand des NABU-EL-Mitte mit (von links): Katja Hübner, Carsten Marien, Thomas Fuchs, Willem Bronsema, Jutta Over, Dietmar Niemann und Bernd Efken.. Foto. Heiner HarnackDer neue Vorstand des NABU-EL-Mitte mit (von links): Katja Hübner, Carsten Marien, Thomas Fuchs, Willem Bronsema, Jutta Over, Dietmar Niemann und Bernd Efken.. Foto. Heiner Harnack

Meppen. Eine erfolgreiche Bilanz konnte der NABU-Emsland-Mitte ziehen. Auf der Mitgliederversammlung präsentierte die Organisation einen Rückblick auf verwirklichte Projekte, kritisierte aber auch den Landkreis im Bereich von Genehmigungsverfahren.

Vorsitzender Thomas Fuchs zeichnete Carsten Marien für seine 20-jährige Treue zu den Naturschützern aus. Marien, Leiter der Projektgruppe Naturschutz, hat sich um die Pflege von Biotopen und die Wiedervernässung von Mooren gekümmert. Fuchs dankte der Stadt Meppen für die Baugenehmigung einer Remise im Bereich des geplanten Natur-Schaugartens.

Im Bereich des Eulenschutzes erklärte Dietmar Niemann, dass aufgrund des milden Winters die Hoffnung groß sei, dass sich mit Hilfe der neuen Nisthilfen für Schleiereulen und Turmfalken die erfolgreichen Bruten im laufenden Jahr erhöhen könnten. Mittlerweile habe man über 200 Kästen für Steinkäuze aufgehängt.

Bernd Efken sagte, dass der Schutz der Amphibien nach wie vor sehr wichtig sei. „Der Lebensraum wird durch Straßen zerschnitten und so drohen Kröten- und Froschpopulationen nach und nach auszusterben“, mahnte Efken. Am Stationsweg zwischen Meppen und Bokeloh, sind über 1.200 Tiere gezählt worden, am Speicherbecken Geeste über 3.000 und in Klein-Hesepe rund 250 Tiere. Jutta Over berichtete über den Einsatz von Schlangenbrettern und Amphibienreusen. So habe man im Altkreis zum Beispiel 39 Kreuzottern gezählt. „Leider werden heimische Schlangen immer noch aus Unwissenheit einfach erschlagen“, sagte Over. Dagegen setzt der NABU auf seine Informationsarbeit. Over ist sehr zufrieden mit der Arbeit innerhalb der Kindergruppe. „Wir nehmen aber noch Anmeldungen entgegen.“

Die bislang größte Fledermaus-Wochenstube mit 198 Zwerg-Fledermäusen ist in Dalum entdeckt worden, berichtete Thomas Fuchs. „Auch bei den Igeln können wir Erfolge vermelden. Das Betreuernetz wurde ausgebaut und die Tiere konnten häufig in der Nähe der Fundorte später wieder ausgesetzt werden.“ Carsten Marien berichtete von zahlreichen Gesprächsrunden mit Torfabbaufirmen, der Moorverwaltung, dem Landvolk, Bürgermeister Knurbein und dem Stadtgärtner.

Weniger erfreut zeigte sich NABU-Berichterstatterin Katja Hübner, was die intensive Tierhaltung in der Region angeht. Der Landkreis Emsland verzichte bei Genehmigungsverfahren für Ställe zu häufig auf Umwelt- und FFH-Verträglichkeitsprüfungen mit Kartierungen. „Trotz eines Urteils des Verwaltungsgerichts Osnabrück, dass diese Praxis rügt, hat der Landkreis seine rechtswidrige Genehmigungspraxis noch nicht geändert.“

Nach einstimmiger Entlastung des Vorstands durch die Versammlung wurden gewählt: Thomas Fuchs (Vorsitzender), Erhard Nerger (2. Vorsitzender), Willem Bronsema (Kassenwart), Bernd Efken (Schriftführer), Katja Hübner (Presse). Beirat: Peter Kattke, Carsten Marien, Dietmar Niemann, Jutta Over.


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