Alte Produktionsstätte verschwindet Berentzen-Abriss in Haselünne hat begonnen


Haselünne. Die Tage der alten Berentzen-Produktionsstätte in der Haselünner Innenstadt sind gezählt. Seit Ende der vergangenen Woche verrichtet ein Abrissbagger auf dem Gelände an der Ritterstraße sein Werk. Während der kommenden drei bis vier Wochen wird hier Platz für ein neues Wohn- und Geschäftshaus geschaffen.

Die Kralle des Baggers gleitet ins Mauerwerk wie ein Messer in Butter. Es staubt, als die Steine aus dem Giebel zu Boden poltern. Ein Fenster hält noch der Schwerkraft stand, obwohl schon die Hälfte seiner Laibung herausgerissen wurde. Nach einem der nächsten Baggerhiebe landet es ebenso drei Stockwerke tiefer wie zuvor die Mauerbrocken. Das Klirren der Scheibe geht im Brummen der Baumaschine unter.

Der Bagger steht auf einem Schuttberg aus den Resten des Gebäude-Seitenflügels, der früher Büros beherbergte und Ende vergangener Woche abgerissen wurde. An dieser Stelle hat das Unternehmen van der Ahe Tiefbau und Sandgruben GmbH losgelegt, um besser an das Hauptgebäude mit der einstigen Produktionshalle heranzukommen, wie Firmenchef Norbert van der Ahe erklärt.

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Sein Unternehmen ist zunächst mit drei Mann im Einsatz, von denen einer den Bagger bedient und ein weiterer sich unter anderem um die Bewässerung der Baustelle kümmert, damit es nicht allzu sehr staubt. Das ist auch mit Blick auf die Nachbarn wichtig.

In Kürze soll ein weiterer Bagger hinzukommen, „momentan haben wir dafür noch keinen Platz“, sagt van der Ahe. Etwa 267.000 Euro kostet der Abriss. In drei bis vier Wochen sollen die Gebäude endgültig Geschichte sein. Auch der markante rote Schriftzug „Berentzen“ an der Spitze des Ensembles ist dann verschwunden. Lediglich der alte Wasserturm, das Wahrzeichen dieses Bereichs, bleibt erhalten.

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Begonnen hatten die Arbeiten Ende Januar mit der Entkernung der seit Jahren leer stehenden Produktionshalle. Böden, Leitungen, Dämmungen, Treppen und vieles mehr musste ausgebaut werden. Eine Schadstoffuntersuchung schloss sich an, ehe es grünes Licht für den Abriss gab. Fachlich begleitet wird das Vorhaben vom Bereich Abfallwirtschaft des Landkreises Emsland. Fast 35.000 Quadratmeter umbauter Raum müssen abgebrochen werden. Zwei Metallcontainer am Rand der Baustelle sind schon bis oben voll.

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„Die Produktionshalle hatte 14 verschiedene Höhen, auch bedingt durch die Kolonnen“, erläuterte Martin Pohlmann, Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Haselünne. „Daher war es leider nicht möglich, das Gebäude erst zu entkernen und dann anders zu nutzen.“

Die Stadt hatte die nicht mehr genutzte Berentzen-Teilfläche zwischen Ritterstraße und Markt gekauft. Wo früher Spirituosen hergestellt wurden, soll ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Die Projektgesellschaft Am Wasserturm (AWT) als Bauherr investiert fast fünf Millionen Euro. Baubeginn soll noch im Frühjahr 2016 sein.


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