Angebot am Vinzenz-Hospital Ex-Therapeut von Werder Bremen in Haselünne im Einsatz



Haselünne. Am Haselünner St.-Vinzenz-Hospital gibt es ein neues physikalisches Angebot: die Erweiterte Ambulante Physiotherapie (EAP). Mitarbeiter dort ist unter anderem Matthias Risse. Der Sport-Therapeut half schon einigen Profis des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen nach Verletzungen schnell wieder auf die Beine.

Das Equipment, das Risse und den anderen beiden Mitarbeiterinnen in der Abteilung zur Verfügung steht, ist hochmodern und ermöglicht mit exakten Messdaten eine Vorher-/Nachher-Analyse von Patienten, deren Bewegung zum Beispiel nach einem Unfall eingeschränkt ist. Risse, der dreieinhalb Jahre beim Reha-Zentrum SporThep von Werder Bremen zu Zeiten von Erfolgstrainer Otto Rehagel tätig war, erläutert an der sogenannten Funktionsstemme das Prinzip der Geräte. An ihr sitzt ein 31-jähriger Patient. Er hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall mit seinem Motorroller. An seinem linken Knie bzw. am Unterschenkel erlitt der Mann eine Fraktur. Um die Beweglichkeit seines Beins möglichst schnell wiederherzustellen, führt er unter Anleitung des Fachpersonals nach vorne gerichtete Druck- und Streckbewegungen aus. Die Geschwindigkeit, mit der er das Bein bewegt, ist an dem Gerät genau seinen Bedürfnissen entsprechend eingestellt. Risse kontrolliert die Bewegungen. „Ja, weiter, langsam nach vorn und jetzt strecken.“

Kleiner Monitor zur Kontrolle

Ob die Bewegungen objektiv richtig sind, zeigt dem Patienten ein in Kopfhöhe hängender kleiner Monitor an. Auf den ersten Blick wirkt das Teil wie ein Computerspiel: Ein roter Punkt bewegt sich im Rhythmus der Bewegung des Patienten durch auf- und absteigende Doppellinien. Durch deren Mitte muss sich der Kontroll-Ball schlängeln.

Die ambulante Physiotherapie bzw. medizinische Trainingstherapie des 31-Jährigen ist intensiv. Zwei, drei Stunden pro Sitzung dauert sie. Sie wird durch ein interdisziplinäres Team aus Fachärzten, Physiotherapeuten, Masseuren, Sportlehrern und Ergotherapeuten begleitet, die sich regelmäßig austauschen. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt kann jeweils eine neue Verordnung ausgestellt und die ambulante Therapie verlängert werden.

Komplextherapie

Die Komplextherapie umfasst Krankengymnastik, manuelle Therapie bzw. Lymphdrainage, Massage, physikalische Anwendungen und medizinische Trainingstherapie. Als ambulante Rehabilitation kann die EAP über Berufsgenossenschaften, gesetzliche Unfallversicherungen, private Krankenversicherung, Bundeswehr, Feuerwehr und Polizei erbracht werden.

Zusammenarbeit mit Fachärzten

Das ambulante Spezialangebot der insgesamt von 15 Mitarbeitern betreuten Physiotherapie am Haselünner Krankenhaus in Zusammenarbeit mit Fachärzten steht auch privaten Patienten zur Verfügung – etwa nach Bandscheibenvorfällen und Frakturen des Bewegungsapparats. Ziel ist in jedem Fall, in einem möglichst kurzen Zeitraum die Bewegungsfähigkeiten der Patienten wiederherzustellen und Folgeschäden und damit möglicherweise verbunden Arbeitsunfähigkeit zu vermeiden. Die Erfahrungen Risses, der zuletzt 18,5 Jahre in Cloppenburg arbeitete und Fußballtrainer beim SV Bevern ist, mit dieser speziellen Therapie sind gut. Fußball-Profis von Werder Bremen etwa hätten nach einem Schienbeinbruch nach sechs Wochen wieder auf dem Platz gestanden.

Kürzere Rehabilitationszeit

Auch im Fall des 31-jährigen Patienten in Haselünne ist er zuversichtlich. Nach der Kniegelenksfraktur und operativer Behandlung würde er ohne Therapie voraussichtlich sechs Monate laborieren. Dank EAP gehen der 55-jährige Diplom-Sportlehrer und Walter Borker, Verwaltungsdirektor des St.-Vinzenz-Hospitals , davon aus, „dass die Rehabilitationszeit etwa halb so lang dauert.“


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