Polizei ermittelt in Haselünne Unbekannter bewirft Asylbewerberheim mit Stahlkugel

Von

Unbekannte haben ein Außenfenster einer Asylbewerberunterkunft in Haselünne beschädigt. Vor Ort hat die Polizei eine Stahlkugel entdeckt. Symbolfoto: dpaUnbekannte haben ein Außenfenster einer Asylbewerberunterkunft in Haselünne beschädigt. Vor Ort hat die Polizei eine Stahlkugel entdeckt. Symbolfoto: dpa

jma Haselünne. Unbekannte haben am Wochenende ein Außenfenster einer Asylbewerberunterkunft in Haselünne beschädigt. Verletzt wurde keiner, vor Ort hat die Polizei aber eine Stahlkugel mit einem Zentimeter Durchmesser entdeckt. Nicht der erste Fund dieser Art, wie die Polizei jetzt auf Nachfrage bestätigt hat.

Es ist ein Uhr am Sonntagmorgen, als die Bewohner der Asylbewerberunterkunft im Bereich Stadtmark durch ein lautes Knallgeräusch geweckt werden. Erst am nächsten Morgen sehen sie, was genau das laute Geräusch ausgelöst hat. Es ist eine Stahlkugel mit einem Zentimeter Durchmesser, wie die Polizei einen Tag später bekannt gibt. „Die Kugel stammt vermutlich aus einem Kugellager“, sagt Dennis Dickebohm, Pressesprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim. Laut seiner Aussage gab es in den vergangenen Monaten in Haselünne vergleichbare Fälle, immer wieder wurden Kugeln gefunden, die vermutlich aus einem Kugellager stammen.

„Keine rechtliche Szene in Haselünne“

Obwohl sich der Vorfall in einer Asylbewerberunterkunft ereignet hat, betont Dickebohm, dass es in Haselünne keine organisierte rechte Szene gibt. Das betont auch Bürgermeister Werner Schräer: „Ich kann mich an keinen Übergriff auf das Heim oder gegenüber den Bewohnern erinnern“, betont der Bürgermeister. Er sei überrascht gewesen, als er die Nachricht von der Polizei erhalten habe. „Ich kann mir den Vorfall nicht so richtig erklären, die Integration der Asylbewerber klappt in Haselünne sehr gut.“ Zu verdanken sei das auch den vielen Bürgern, die sich als Begleiter für Flüchtlinge ehrenamtlich einsetzen, und ihnen so bei Arztbesuchen oder Behördengängen helfen.

Polizeiermittlungen nicht abgeschlossen

Bei dem Vorfall am Sonntagmorgen ist zum Glück niemand verletzt worden. Dennoch ist der Fall bei der Polizei nicht abgeschlossen. „Wir ermitteln weiter, in alle Richtungen“, betont Dennis Dickebohm. Besondere Vorsichtsmaßnahmen werden trotz des Wurfgeschosses vor und in der Asylbewerberunterkunft nicht getroffen, da es für einen politisch-motivierten Hintergrund der Tat keine Anhaltspunkte gebe.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN