Gedächtnistrainer am Gymnasium Gregor Staub zeigt Haselünnern famose Lerntechnik

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Haselünne. Seinen Grundsatz, dass Fröhlichkeit und ernsthaftes Lernen zusammengehen, hat Gedächtnistrainer Gregor Staub am Montagabend im Haselünner Kreisgymnasium St. Ursula demonstriert. Geschickt eingeleitete Eselsbrücken und die gewitzt vorgetragene Rede, trugen zu einem amüsanten Abend bei, an dem Staubs Lernmethodik neue Anhänger fand.

Lernen funktioniert nur, wenn es freiwillig geschieht, betonte Gedächtnistrainer Staub in seiner Einführung. „Den Schülern heute Morgen habe ich gesagt, die Faustformel ist: Wenn du ein Ziel hast, gib Vollgas!“ An diese Formel schien sich auch der 61-jährige Schweizer zu halten: Drei Vorträge, zwei für die 600 Gymnasiasten und einer für Lehrkräfte lagen an diesem Tag hinter ihm. Doch Staubs Energie und Unterhaltungsfreude reichten für einen mehrstündigen vierten Auftritt.

Regelmäßig üben

In einem interaktiven Workshop stellte Staub seine Lernmethodik vor. „Im Grunde ist es wie Fahrradfahren, am Anfang ist es schwierig, aber wenn man es gelernt hat, ist es leicht“, sagte Staub. Seine weiterentwickelte Mnemo-Technik könne er zwar vermitteln, doch bis diese Technik einstudiert ist, brauche es Zeit und professionelle Anleitung. „Lernen lernen“ heißt daher sein erwerbbares Lehrmaterial, für das er beim Vortrag in Haselünne kräftig warb.

Auf der Bühne gab der Gedächtnisprofi einen Vorgeschmack darauf, was alles möglich ist. So ließ er vom Publikum 20 Wörter sammeln und prägte sie sich samt Reihenfolge in kürzester Zeit ein. Die Zuschauer beklatschten seine perfektionierte Gedächtnisleistung, bezweifelten aber mehrheitlich, es ihm nachtun zu können.

Abstrakte Verknüpfungen

Staub erklärte das Prinzip. Beim Einprägen von Begriffe oder Zahlen behelfe er sich mit bildhaften Fixpunkten, etwa indem er jedem Wort ein Körperteil zuordnet. Es funktioniere auch mit Gegenständen im Raum. Nach nur wenigen Wiederholungen der Begriffe konnte das Publikum den Trick. „Das ist das Lerngeheimnis: Fünf Wiederholungen liegen zwischen dem Zustand der Verwirrtheit und dem ‚ach das ist ja einfach‘-Gefühl“, kommentierte Staub.

Weiterlesen: Interview mit Gregor Staub vor seinem Besuch in Haselünne

Damit etwas im Langzeitgedächtnis haftet, seien Wiederholungen nötig. Mit seiner Technik reichten meist sechs aus, sagte er. Damit bezieht er sich auf seinen Erfahrungsschatz, aus 25 Jahren, die er als Gedächtnistrainer unterwegs ist. So habe er mit Medizinstudenten zusammengearbeitet, die nach fünf Stunden mit seiner Technik im Fach Anatomie keine Fehler mehr machen. „Sprachen lernen, Spickzettel so schreiben, dass ich sie mir einpräge und wie ich mir einen Witz merke, das ist alles möglich.“

Gymnasium will Staubs Konzept umsetzen

Schulleiter Norbert Schlee-Schüler sagte, er habe auf Schulleiter-Schulungen den Namen des Gedächtnisprofis aufgeschnappt und ihn dann eingeladen. „Er hat einen sehr guten Ruf bei den Kollegen“, sagte er, „und wir sind immer auf der Suche nach innovativen Ideen und Konzepten, die uns weiterbringen.“ Dazu gehöre Staubs Lerntechnik, rationales Denken mit Bildinhalten zu verknüpfen, sodass beide Gehirnhälften verknüpft sind. „Lerninhalte grundsätzlich positiv zu besetzen, also eine aufgeschlossene Lerngrundhaltung schaffen - das möchten wir für unsere Schüler.“


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