Zum Be-Greifen anregen Carola Wedell zeigt Bronzeplastiken in Haselünne

Von Georg Hiemann

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Carola Wedell mit einer Arbeit aus dem Zyklus „Zeitgeist“ im Jagdhaus Wiedehage. Foto: Georg HiemannCarola Wedell mit einer Arbeit aus dem Zyklus „Zeitgeist“ im Jagdhaus Wiedehage. Foto: Georg Hiemann

Haselünne. Die Meppener Künstlerin Carola Wedell hat sieben ihrer Bronzeplastiken im Haselünner Jagdhaus Wiedehage ausgestellt. Gerade während einer „genussreichen Stunde“ bietet sich hier ausreichend Zeit und Muße zum Betrachten der Kunstwerke.

„Ich gestalte meine Werke von innen nach außen – vergleichbar einer sich in der Natur entfaltenden Knospe. Dadurch erhalten meine Bronzekraftformen ihre Vitalität und Ausdrucksstärke.“ So beschreibt Carola Wedell, warum ihre Werke trotz der Schwere des Materials Bronze den Eindruck beschwingter Leichte erwecken.

Als sie im Jahr 2000 von Berlin nach Haselünne zog, fand auch ihre erste Ausstellung im Jagdhaus Wiedehage statt. Seit 2007 wohnt sie in Meppen. Inhaber, Gastronom und Küchenmeister Franz-Josef Sanders, der das Restaurant seit 1988 führt, freut sich, jetzt nach 15 Jahren wieder einmal eine so renommierte Künstlerin und ihre Werke den Gästen und interessierten Kunstliebhabern präsentieren zu können.

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Mit ihren Bronzekraftformen setzt Carola Wedell einen Kraft und Mut vermittelnden, positiven Gegenentwurf zu den rasch wechselnden Moden und regt die Betrachter immer wieder zum „Be-Greifen“ an. „Meine Plastiken zeigen eindrucksvoll, dass die Impulse der klassischen Moderne noch immer lebendig sind. Und exakt die dynamischen kontrastreichen Schwünge ihrer Bronzeplastiken begeistern inzwischen immer mehr auch die Fachwelt und finden hier die gebührende steigende Akzeptanz.

Während der Vernissage erläuterte Carola Wedell den Gästen ihre ausgestellten Exponate und beschrieb ihre Arbeits- und Schaffensweise. „Manchmal arbeite ich bis zu einem Jahr an einem Modell. Es muss am Ende einfach stimmig sein“.

In Berlin oder Celle gegossen

Damit ihre Modelle aus Lehm auch über einen längeren Zeitraum bearbeitet werden können, müssen diese natürlich feucht gehalten werden. Das fertige Tonmodell bringt sie dann in die Gießerei entweder nach Berlin oder in die Nähe von Celle. „Je nachdem, in welchen Schattierungen hinterher die Bronzeplastik wirken soll, wähle ich meine Gießerei aus, die natürlich alle ihre geheimen Rezepte haben“.

Carola Wedell fertigt vorher auch keine Zeichnungen an, sondern ihre Modelle entstehen aus Ideen, die sich während der Schaffenszeit weiter entwickeln oder sogar verändern können. Dann erarbeitet sie manchmal eine zweite, dritte oder vierte Version. „Daraus entsteht dann ein Zyklus“. Die Ausstellung ist bis Ende Oktober im Jagdhaus Wiedehage in Haselünne zu sehen.


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