Neue Märkte erobern Haselünner Berentzen-Gruppe verkauft Fruchtsaftpressen

Von Helmut Diers

Maria Lang aus Heilbronn, Paktikantin in der Unternehmenskommunikation der Berentzen-Gruppe und Studentin an der Fachhochschule Lingen, zapft am Citrocasa-Modell „Fantastic F/SB“ frisch gepressten Orangensaft. Foto: DiersMaria Lang aus Heilbronn, Paktikantin in der Unternehmenskommunikation der Berentzen-Gruppe und Studentin an der Fachhochschule Lingen, zapft am Citrocasa-Modell „Fantastic F/SB“ frisch gepressten Orangensaft. Foto: Diers

Haselünne. Der Selbstversuch ist verblüffend. Innerhalb kürzester Zeit produziert auf Knopfdruck die Fruchtsaftpresse fast geräuschlos aus bis zu drei unbehandelten Saftorangen ein Glas leckeren, frischen Orangensaft. Mit dem Vertrieb der Citrocasa-Fruchtsaftsysteme bewegt sich die Haselünner Berentzen-Gruppe über ihre Tochtergesellschaft Vivaris Getränke stärker in moderne, gesundheitsorientierte Märkte.

„Wir haben damit ein weiteres, starkes Standbein im Bereich der alkoholfreien Getränke“, erläuterte Frank Schübel, Vorstandsvorsitzender der Berentzen-Gruppe, in einem Gespräch mit der Meppener Tagespost. Die Berentzen-Gruppe sei in der Lage, kompetent, umfassend und schnell auf die Bedürfnisse der Konsumenten zu reagieren.

„Wir verkaufen gut“, weiß Schübel, der im August 2013 mit der österreichischen Maschinenbau-Gründerfamilie Josef und Monika Pichler der Firma Technic-Marketing-Products (TMP) in Linz in Kontakt gebracht wurde. Mehr als ein Jahr wurde über den Verkauf der TMP an die Berentzen-Gruppe verhandelt, bis Anfang September 2014 für rund 17 Millionen Euro der Vertrag unterschrieben werden konnte. „Am 7. Oktober 2014 gehörte TMP zu 100 Prozent der Berentzen-Gruppe. Das Potenzial ist enorm“, schwärmt Schübel. Pichler war österreichischer Generalimporteur von Löwe und verkaufte auch für die spanische Firma Zumex Saftpressen. „Die fand Josef Pichler schrecklich“, erzählt Frank Schübel.

Chinesischer Ingenieur geht ans Werk

Seine Optimierungsideen seien aber nicht auf Widerhall gestoßen. „Pichler hatte andere Ansprüche an die Saftpressen.“ Irgendwann, so der Vorstandsvorsitzende, habe der Österreicher in Kanada einen chinesischen Ingenieur getroffen, der sich von den Ideen Pichlers anstecken ließ. Das war 2006 die Geburtsstunde von Citrocasa. „Die neue Maschine war einzigartig gut“, sagt Schübel. Dann wurde das Vertriebssystem entwickelt. „Das Ergebnis war: Man hatte in der Minute, in der man es einkaufte, frischgepressten Orangensaft.“

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Mit der Übernahme von TMP durch die Berentzen-Gruppe begann ein deutlicher Absatzwachstum der Citrocasa-Fruchtsaftpressen, die heute noch in einer Manufaktur in Shanghai überwiegend in Handarbeit gebaut, dann nach Prüfung in Linz an die Kunden ausgeliefert werden. Schübel rechnet damit, dass in diesem Jahr rund 2000 dieser Fruchtsaftpressen vor allem in Europa abgesetzt werden: „Das Geschäft wächst gut.“

Komplettsystem im Angebot

Jetzt verkauft die Vivaris-Mannschaft das Produkt. Berentzen bietet aber nicht nur die Pressen an, sondern auch das ganze System von der Orange über die Maschine bis zur Leerflasche mit dem Etikett des Händlers inklusive der Wartung und Reinigung der Orangenpressen.

„Der Handelspartner trägt allerdings die Verantwortung für die Qualität des Orangensafts“, lobt der Vorstandschef die leichte Handhabung der Presse und die „Einfachheit der Reinigung“. Das Komplettsystem hält vollreife und nach der Ernte unbehandelte Orangenfrüchte der Marke „Frutas Naturalis“, die acht Monate im Jahr in Griechenland und Spanien geerntet und in den restlichen Monaten aus Südafrika eingeführt werden.

Einsatzorte kann sich Schübel viele vorstellen – im Supermarkt, an Hotel- und Restaurantbuffets, am und hinter dem Gastronomietresen, aber auch bei entsprechender Größe an Tankstellen und großen Firmenbüros. „Wir haben frisch gepressten Orangensaft zu Ende gedacht und machen daraus ein Systemgeschäft“, sagt Schübel. Ein Kostenproblem beim frisch gepressten Orangensaft sieht der Konzernchef nicht. „Der Kunde legt gern mehr drauf, wenn er wirklich frischen Orangensaft erhält.“