3900 Quadratmeter großes Areal Haselünne kauft stillgelegte Berentzen- Betriebsstätte

Von Carola Alge


Haselünne. Die Stadt Haselünne hat die nicht mehr genutzte Teilfläche der Berentzen-Aktiengesellschaft zwischen Ritterstraße und Markt erworben. Am Montag wurde der Notarvertrag unterschrieben. „Damit können wir unsere Stadt entscheidend weiter nach vorn bringen“, dankte Bürgermeister Werner Schräer dem Unternehmen für „offene Ohren bei den Verhandlungen.“

Mit dem Verkauf macht die Berentzen-Gruppe den Weg frei für die Pläne der Kommune, die Innenstadt weiterzuentwickeln. So soll die ehemalige Brennerei auf der Seite zur Bahnhofstraße hin einem Wohn- und Geschäftshaus weichen, während der gegenüberliegende Bürotrakt für kommunale Dienstleistungen erhalten bleibt. Der Wasserturm, optisches Wahrzeichen und Namensgeber für eine Projektgesellschaft zur Umsetzung der Maßnahmen, wird, das betonte Schräer im Gespräch mit unserer Redaktion, erhalten.

Historische Keimzelle

„Mit über 220 Beschäftigten am Standort Haselünne, der historische Keimzelle des Unternehmens ist, ist und bleibt die Berentzen-Gruppe ein vitaler Teil der Hasestadt“, erklärte Berentzen-Finanzvorstand Ralf Brühöfner in dem Pressegespräch. An Aufrechterhaltung und Pflege Haselünnes sei man auch als Arbeitgeber sehr interessiert. „Mit dem Verkauf des ungenutzten Grundstücks in bester Lage geben wir der weiteren Stadtentwicklung deshalb gerne einen Schub“, so Brühöfner.

Die Gespräche zwischen der Stadt Haselünne und dem Traditionsunternehmen bezeichneten Schräer wie Brühöfner als sehr gut. Schnell habe man eine gemeinsame Linie für den zukunftsträchtigen Ausbau des Standorts gefunden. „Die Stadt ist der Berentzen-Gruppe dankbar für den reibungslosen Dialog“, so der Bürgermeister.

Nach der Zentralisierung der angesiedelten Spirituosenproduktion nach Minden im Jahr 2009 dienten die Gebäude auf dem Areal, das sich gegenüber dem weiterhin genutzten Betriebsgeländes der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft befindet, vor allem als Lagerraum.

Öffentliche Anbindung

Ziel der Stadt ist es unter anderem, unter Einbindung von Städtebaufördergeldern des Landes vom Markt zur Ritterstraße und zum Berentzen-Hof eine öffentliche Anbindung zu schaffen und die bestehenden Gebäudeteile wie zum Beispiel alte Büros zwischen Markt 8 und Ritterstraße weiter zu nutzen.

Denkbar wäre es, so die derzeitigen Planungen, im Bereich der alten Brennerei ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Zudem sind zusätzliche Parkplätze geplant. Sie sollen, so Bauamtsleiter Martin Pohlmann, auch Besuchern des Marktes zukommen und für das Veranstaltungsareal rund um den Berentzen-Hof zur Verfügung stehen.

Innenhof erhalten

Weiteres Ziel der Planungen ist es, den derzeitigen Innenhof des etwa 3900 Quadratmeter großen Areals zu erhalten, um hier Verweilmöglichkeiten zu schaffen. Nicht stehen bleiben kann nach Angaben Schräers die alte Brennerei. „Sie muss leider abgerissen werden. Es ist bedauerlicherweise nicht wirtschaftlich, diese Industrieanlage zu halten.“ Der Haselünner Bürgermeister geht davon aus, dass der Abriss des Gebäudes in der zweiten Jahreshälfte erfolgt. Hier wie bei der weiteren Überplanung des Areals sei die Stadt, das versicherte der Verwaltungschef, darum bemüht, „das Stadtbild in Haselünnes bester Stube zu wahren“.

Für seine städtebauliche Erneuerung „Nördliche Innenstadt“ erhält Haselünne – wie berichtet – im Jahr 2015 Fördermittel in Höhe von 1,253 Millionen Euro. Für die in Haselünne anstehenden umfangreichen Sanierungs- und Infrastrukturmaßnahmen sind in den kommenden fünf Jahren Projekte mit einem Investitionsvolumen von etwa 4,25 Millionen Euro vorgesehen.


Die Berentzen-Gruppe ist eine der führenden Getränkegruppen in Deutschland und mit einer Unternehmensgeschichte von mehr als 250 Jahren einer der ältesten Hersteller von Spirituosen. Mit der Tochtergesellschaft Vivaris Getränke GmbH & Co. KG verfügt das Unternehmen auch über ein starkes Standbein im Bereich der alkoholfreien Getränke. Über die Tochtergesellschaft T M P Technic-Marketing-Products GmbH, einen internationalen Anbieter von Frischsaftsystemen, bewegt sich die Berentzen-Gruppe zudem stärker in moderne gesundheitsorientierte Märkte.