Nestling auf dem Kirchendach Uhu brütet erfolgreich in Haselünne

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Haselünne. Auf dem Dach der Pfarrkirche St. Vincentius in Haselünne hat erstmals ein Uhu erfolgreich gebrütet. Ein Jungvogel ist vor einigen Tagen geschlüpft.

Herausgefunden haben das Ornithologen aus den Niederlanden. Ihre Uhuarbeitsgruppe, die Oehoewerkgroep Nederland (OWN), hat sich den Schutz der weltweit größten Eule auf ihre Fahnen geschrieben und arbeitet dabei seit einigen Jahren auch grenzüberschreitend.

So kam es auch, dass Roelof Speelman aus Assen im vergangenen Jahr über der Sakristei der Pfarrkirche St. Vincentius in Haselünne eine Bruthilfe installierte, um den Nachtgreif vor Nässe zu schützen.

Am Pfingstwochenende hat die Freiwillige Feuerwehr Haselünne die Uhufreunde gemeinsam mit dem Eulenexperten Andreas Schüring aus Werlte mit der Drehleiter auf das Dach der Kirche gefahren. Der Bruterfolg in diesem Jahr war zunächst lange Zeit fraglich, doch nach der Kontrolle ist klar, dass ein kleiner Uhu in Haselünne das Licht der Welt erblickt hat. Er wurde nun beringt, um bei späteren Ringablesungen mehr über die Ausbreitung der großen Eule zu erfahren.

So wie die Uhus keine Landesgrenzen kennen, sind auch die Aktiven der Uhuarbeitsgruppe grenzüberschreitend unterwegs. Mehrere hundert Kilometer vom Osnabrücker Land bis nach Haselünne führte ihre Beringungstour. Das Ergebnis: sechs beringte Uhus und der erste Brutnachweis in Haselünne.

Die Daten der Tiere, die auch gewogen und vermessen wurden, werden an das Institut für Vogelforschung der „Vogelwarte Helgoland“ (IfV) weitergeleitet. Die Oehoewerkgroep Nederland publiziert regelmäßig ihre Ergebnisse auf ihrer Website www.oehoewerkgroep.nl .

Sprecher Gejo Wassink, sieht insbesondere in der Aufarbeitung der Todesursachen von Uhus eine Möglichkeit, die Schutzmaßnahmen für die Tiere zu optimieren. Sie waren vor gut 100 Jahren in großen Teilen Mitteleuropas und auch in Deutschland praktisch ausgerottet und breiten sich seit einigen Jahren wieder aus. In den Niederlanden gibt es seit knapp über zehn Jahren erfolgreiche Uhubruten. „Sie wandern insbesondere aus Deutschland zu uns ein“, sagt Wassink. Seit dieser Zeit ist die Arbeitsgruppe in Sachen Uhu auf Achse. Über 300 der Greife wurden bisher beringt. Von fast zehn Prozent der Tiere gab es b isher Rückmeldungen.

Andreas Schüring, Sprecher des Naturschutzbundes NABU-Emsland, sieht die Bestandsentwicklung des Uhu im Emsland positiv. Hier böten besonders die großen Sandentnahmestellen Brutmöglichkeiten. „Da in unserer Region die Steinbrüche fehlen, gibt es vermehrt Erdbruten. Auch verlassene Greifvogelhorste werden gerne als Brutplatz genutzt.“

Schüring hat sich seit Jahrzehnten dem Schutz aller Eulenarten verschrieben und verfolgt seit einigen Jahren den wachsenden Uhubestand im Emsland. In Niedersachsen gilt der Uhu weiterhin als gefährdet. Unfälle durch Stacheldraht und den Straßenverkehr sowie Verluste durch Krankheiten lasse den Bestand nur langsam wachsen. Auch die industrialisierte Landwirtschaft schwäche langfristig die Nahrungsgrundlage, sagt er.


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