200 Biber am Fluss Hase Landtagsfraktion der Grünen besucht Haselünne

Von Heiner Harnack

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Haselünne.Über die Biber am Fluss Hase hat sich die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Haselünne informiert. Die Wiederansiedlung ist Teil der seit Jahren laufenden Renaturierung der Flusslandschaft.

Empfangen wurde die Fraktion unter der Führung von Umweltminister Stefan Wenzel von Landrat Reinhard Winter und Ludger Pott, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung Emsland. Weil Pkw und Busse im Gebiet des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens Hasetal nicht zugelassen sind, waren die Gäste im Planwagen unterwegs.

Winter sagte, dass das Renaturierungsprojekt Hasetal vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde. „Die Bilanz, die wir heute ziehen können, ist absolut zufriedenstellend. Insbesondere bei den Landwirten konnten wir die für das Gelingen eines Naturschutzprojektes wichtige Akzeptanz gewinnen.“ Der Landkreis Emsland habe damit eine Vorreiterrolle im Land Niedersachsen und darüber hinaus. Unter dem Aspekt der Gegenseitigkeit würden somit Natur- und Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus von- und miteinander profitieren.

Natur ist intakt

„Als tierische Sympathieträger des Hasetals möchte ich die Biber nennen, die im Jahre 1989 mit acht Exemplaren an der Hase ausgesetzt wurden. Heute hat sich der Bestand auf 200 Tiere vergrößert“, erklärte Winter. Der große Nager fühle sich hier offensichtlich heimisch und zeige, dass die Natur im Emsland entlang der Fließgewässer vielfach im Takt sei. Ludger Pott ergänzte, dass sich rund 450 Hektar des Gebiets im Eigentum des Landkreises befänden. „Wir haben 17 Kilometer Hochwasserschutzdeiche abgebaut und die Öffnung der zuvor abgetrennten Flussaue erreicht“, sagte Pott. Ferner sei es gelungen, zwei Altarme bei Lahre und Lehrte in den Flusslauf zu integrieren. Damit habe man zwei rückwärtig an den Fluss angeschlossene Altwässer als Ruhezonen und Fischlaichgebiete herstellen können. Zudem habe man knapp drei Kilometer lange Wander- und Radwege neu angelegt. Pott erzählte den Gästen, dass man die Einstellung der gesamten Gewässerunterhaltung an der Hase und allen Nebenflüssen erreicht habe. Zudem konnten die beiden Gastgeber auf die Weiterführung der wissenschaftlichen Untersuchungen durch die Universität Osnabrück verweisen. Umweltminister Wenzel dankte für die Ausführungen und wies in seinem Abschlussstatement darauf hin, dass man in Hannover jederzeit für neue Projekte offen sei.


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