Konzept wird ausgewertet Stadt Haselünne rüstet Straßenbeleuchtung weiter um

Von Carola Alge


Haselünne. Die Stadt Haselünne will in 2015 weitere alte Quecksilberdampfleuchten durch alternative Lichtquellen austauschen. Dafür sind Investitionen zwischen 260000 und 340000 Euro notwendig. Entsprechende Mittel sind im Etat vorgesehen.

Bereits 2012 begann die Stadt Haselünne, gefördert mit Bundesmitteln, mit der Umrüstung von 173 der mehr als 1400 Lampen ( wir berichteten) . Die Hasestädter wollen damit, so Bürgermeister Werner Schräer, einen Beitrag zur Verbesserung des Klimaschutzes leisten. Dies geschieht durch erhebliche Einsparungen von Strom und CO2 (Kohlenstoffdioxid). Es wird im sogenannten EWE-Gebiet von Haselünne bereits jetzt eine jährliche Stromeinsparung von etwa 44558,52 Kilowattstunden (kWh) erwartet.

Beleuchtungskonzept

Um sich einen Überblick auch über alternative Beleuchtungsmöglichkeiten zu schaffen, hat die Stadt Haselünne bei der EWE ein Beleuchtungskonzept in Auftrag gegeben. Das liegt jetzt vor und soll im März in den politischen Gremien beraten werden. Geplant ist, alle Laternen, die noch mit alten Leuchtmitteln arbeiten, mit modernen und energiesparenden auszustatten. Annähernd 60 Prozent der 1200 in den EWE-Bereich fallenden Haselünner Straßenlaternen sind noch mit Quecksilberdampfhochdrucklampen (HME) bestückt. Diese stammen, so Gerhard Niemann, Kommunalbetreuer der EWE-Geschäftsregion Cloppenburg/Emsland, zum Teil noch aus den 1980er-Jahren und sorgen zum Beispiel in Pilz- und Kofferleuchten für Licht. Ab diesem Jahr sind die nicht mehr erhältlich. Also muss Ersatz her.

Für den Austausch kommen verschiedene Varianten infrage, erläuterte Niemann im Beisein von Bürgermeister Werner Schräer, dessen Stellvertreter Reiner Strotmann und Bauamtsleiter Martin Pohlmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Neben LED-Leuchten, die in der Regel das größte Einsparpotenzial böten, würden sich auch konventionelle Technologien wie zum Beispiel Metalldampflampen anbieten.

In ihrem umfassenden Konzept hat die EWE unter anderem die Kosten der verschiedenen Technologien, deren Einspareffekt und die sich daraus ergebende Wirtschaftlichkeit untersucht. Welche die politischen Gremien favorisieren, ist offen. Klar ist für die Verwaltung allerdings, dass die dekorativen Schmuckleuchten, die das Stadtbild zum Beispiel im Bereich Bahnhofstraße, Markt, Krummer Dreh und Kirchstraße prägen, nicht gewechselt werden. Hier bietet sich eine energetische Sanierung mit sogenannten Retrofit-Leuchtmitteln an. Diese werden in die bestehende Leuchte eingebaut.

Die Stadt Haselünne arbeitet seit Jahren im Bereich der Straßenbeleuchtung mit der EWE zusammen. Ein Servicevertrag regelt den Umfang entsprechender Betriebsführungs- und Instandhaltungsarbeiten der Straßenlaternen.


Ziel vieler Kommunen ist es, die alten HME-Leuchten bis Ende 2015 auszutauschen und keine neuen HME-Leuchten mehr einzusetzen. Eine HME-Leuchte hat bei 4100 Brennstunden im Jahr eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa vier Jahren. Aufgrund einer EU-Verordnung werden derartige Leuchtmittel ab diesem Jahr nicht mehr erhältlich sein. Alternative Leuchtmittel sind: für die sogenannten Pilz- und Kugelleuchten in den Wohn- und Anliegerstraßen LED oder Hochdruck-Halogen-Metalldampflampen (HIT), für die Pilzleuchten LED oder Kompaktleuchtstofflampen (TC-L), für die Kofferleuchten LED oder Hochdruck-Halogen-Metalldampflampen (HIT). cw

Die Haselünner Straßenbeleuchtung umfasst 1164 Lichtpunkte (Masten) mit 1214 Leuchten und 1409 Leuchtmitteln. Bei einer Leistung von annähernd 103700 Watt inklusive der Leistung der Vorschaltgeräte entspricht dies einer durchschnittlichen Leistung von etwa 89 Watt je Leuchte. Auf 1000 Einwohner kommen zirka 93 Lichtpunkte. Der bundesdeutsche Schnitt vergleichbarer Kommunen liegt bei 115 Lichtpunkten je 1000 Einwohnern.

Die ganztägliche Brenndauer der Haselünner Straßenbeleuchtungsanlage beträgt etwa 4100 Stunden. Außerdem gibt es in Teilen des Gebietes eine Halbnachtschaltung mit 800 Stunden. cw