Melodische und feurige Klänge Tabea Förster und Stefan Gymsa spielen in Haselünne

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Harmonisches Zusammenspiel von Tabea Förster und Stefan Gymsa. Foto: Daniel LöskerHarmonisches Zusammenspiel von Tabea Förster und Stefan Gymsa. Foto: Daniel Lösker

dloe Haselünne. Gleich zu Beginn des Konzertes des Duos Tabea Förster und Stefan Gymsa im Kulturkino Hasetor in Haselünne erleben die Zuhörer einen musikalischen Höhepunkt, drei Sätze aus der „Englischen Suite Nr. 2“ von Johann Sebastian Bach. Das im Original für Cembalo geschriebene und heute oft auf dem modernen Flügel interpretierte Werk haben die beiden Musiker, die sich den Namen „a-due“ gegeben haben, für Mandoline und Gitarre arrangiert. Es gelingt ihnen eine wunderbare Versöhnung und Verbindung von Form und Melodie.

Tabea Förster zeigt in ihrem Solovortrag mit der „Fantasia d-moll“ von Carl Friedrich Abel große Gestaltungskunst. Sie spielt das Werk auf einer Barockmandoline, deren Saiten mit einer Feder gezupft werden. Der feine, nuancierte Klang, der dadurch erreicht wird, fesselt vom ersten Ton an. Förster gelingt etwas Seltenes. Sie scheint es zu schaffen, mit ihrem Instrument eins zu werden.

Wunderbare Kantabilität und stilistische Perfektion erreicht auch Stefan Gymsa bei der Interpretation von Isaac Albeniz‘ „Cordoba“ aus den „Cantos de Espana“. Sein facettenreiches und sensibles Gitarrenspiel ist wie geschaffen für das Werk, bei dessen Komposition der zur Entstehungszeit in England lebende Albeniz‘ sehnsuchtsvoll auf seine spanische Heimat zurückblickt.

Francisco Tárregas „Recuerdos de la Alhambra“ zählt wohl zu den berühmtesten Werken für die Gitarre. Die beiden Musiker spielen mit romantischer Farbigkeit. Hier zeigt sich auch ihre große Fertigkeit im sogenannten Tremolo-Spiel.

Ob melodische Träumerei oder feurige Klänge, Förster und Gymsa beherrschen beides perfekt. Adrien Politis „Tango-Suite“ ist ein Beispiel dafür. Beginnt der erste Satz „Nostalgico“ in wiegendem Charakter, bei dem die Mandoline quasi den Gesangspart übernimmt, beherrschen wilde Tanzformen den zweiten Satz „Camorrero“. Hier beginnt ein abwechslungsreiches Zusammenspiel der beiden Instrumente. Erst ist es wiederum die Mandoline, die „Chef im Ring“ zu sein scheint, dann übernimmt plötzlich die Gitarre mit nostalgischem Zwischenspiel. Es kommt schließlich zum mitreißenden Finale, das den Musikern alles abverlangt.

An so einem Abend dürfen Werke des argentinischen Komponisten Astor Piazolla nicht fehlen. „Oblivion“ besticht durch unerhörte Klangfarbe und sehnsuchtsvolle Melodik. Filigraner und abwechslungsreicher wird es bei „Nightclub“. Man sieht es vor sich, das Bestaunen der schönen Frauen auf dem Tanzparkett, die Szenen an der Bar, das melancholische Nippen am Whiskyglas, die Lichter der Nacht. Und schließlich „Libertango“, bei dem man sofort denkt, das kennt man. Es gehört zu den meistgespielten Werken des „Tango nuevo“-Erfinders Piazolla. Rhythmisch feine, nuancenreiche Melodiebögen, unterbrochen von Akkordeinwürfen der Gitarre zaubern Förster und Gymsa in den Abend. Der Zuhörer erwischt sich dabei, dass er feststellen muss, er ist nicht in einer Tango-Bar irgendwo in Buenos Aires. Langanhaltender Beifall ist der verdiente Lohn für zwei Stunden Mandolinen- und Gitarrenmusik auf höchstem Niveau.


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