Capella Cantorum brilliert Musikalischer Hochgenuss in Haselünne

Capella Cantorum Haselünne unter Leitung von Ines Krause in der Pfarrkirche St. Vincentius der Hasestadt konzertiert. Foto: privatCapella Cantorum Haselünne unter Leitung von Ines Krause in der Pfarrkirche St. Vincentius der Hasestadt konzertiert. Foto: privat

Haselünne. Die Capella Cantorum Haselünne unter Leitung von Ines Krause hat mit Camille Saint-Saëns’ Weihnachtsoratorium die sehr gut gefüllte Pfarrkirche St. Vincentius der Hasestadt mit musikalischer Brillanz und geschmeidigen Melodiebögen verzaubert.

Solide und mit gelegentlichen instrumentalen Höhepunkten wurden sie dabei unterstützt von einem Orchester, welches erfahrene Musiker aus Deutschland und den Niederlanden vereint. Einfach umwerfend, wie Ines Krause den Chor und das Orchester immer bei hoher Konzentration hielt.

Die längsten Legatobögen gerieten unter ihrer Stabführung zu einem Regenbogen berauschender Wohlklänge. Kleine, aber stets funkelnde Fortissimo-Stellen unterstützten den lyrischen Grundcharakter des Werkes. Dass sie dabei mit einem aus fast durchgängig musikalischen Laien bestehenden Chor arbeitete, unterstützt die Hochachtung des Geleisteten. Die Sänger der Capella Cantorum zeigten große musikalische Reife. Selten kann man von solch einem Ensemble derart präzise und gute Chorarbeit erleben.

Beeindruckend und eine besondere Erwähnung wert ist auch, dass vier der fünf Solopartien von Sängerinnen und Sängern bestritten wurden, die allesamt Mitglieder der Capella Cantorum sind oder waren. Lediglich der Bariton Stefan Drees hat seine Wurzeln nicht in diesem Chor. Er konnte durch Stimmgewalt überzeugen, ohne jemals zu pressieren oder gar im Soloensemble herauszufallen. Sehr schön, wie er gemeinsam mit der Sopranistin Elke Ahillen im „Benedictus“ harmonierte. Die aus der Korn- und Hansemarktstadt stammende Sängerin hat sich in den letzten Jahren stetig entwickelt. Hatte sie schon immer eine große Stimme, so weiß sie nun auch mit schier unglaublicher Höhe zu überzeugen. Lediglich etwas mehr Geschmeidigkeit wünschte man ihr bei einigen wenigen Pianissimo-Stellen. Als Entdeckung des Abends gelten die drei anderen Gesangssolisten. Christina Hilbers bestach durch hohe musikalische Ausdruckskraft. Mit sicher geführter Stimme war sie sowohl in der Höhe als auch in den tieferen Lagen immer präsent, konnte mit warm geführtem lyrischen Mezzosopran den Raum mühelos füllen. Gleiches kann man von der Altistin Annika Brönstrup behaupten. Faszinierend, wie sie auch die kleinsten musikalischen Nuancen mit leichten Veränderungen der Vokalfärbung zum Klingen brachte. Ihr möchte man eine große Zukunft wünschen. Sie verfügt über alle Voraussetzungen, die in ihrem Fach sehr gute von guten Sängerinnen unterscheiden. Der Tenor Daniel Lösker hat seine musikalische Ausbildung im weltberühmten Dresdner Kreuzchor erhalten. Die Souveränität, die er dadurch erlangt hat, ist großartig. Doch noch mehr überzeugen kann er mit seinem geschmeidigen lyrischen Timbre. Zu Tränen rührte das einfach großartig gelungene „Domine, ego credidit“, welches er wunderbar harmonisierend im Wechsel mit den Frauenstimmen des Chores interpretierte. Das von allen Solisten und dem Chor gesungene sowie von den Instrumentalisten begleitete abschließende „Tolite hostias“ schmetterte die ganze Weihnachtsfreude den Zuhörern entgegen, die sichtlich ergriffen allen Beteiligten mit großem Beifall das wohl verdiente Lob zollten.


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