Mal ernst – mal humorvoll Plattdeutsche Lesung in Haselünne mit Prominenz

Von Helmut Diers

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Die Leserunde (v.l.): Hermann Lammers, Maria Jazdzejewski, Wilfried Beckmann, Hermann Bröring, Klaus Schütte, Margret Berentzen, Bernd Megger und Siegfried Knelangen. Foto: DiersDie Leserunde (v.l.): Hermann Lammers, Maria Jazdzejewski, Wilfried Beckmann, Hermann Bröring, Klaus Schütte, Margret Berentzen, Bernd Megger und Siegfried Knelangen. Foto: Diers

Haselünne. „Haselünne liest und singt“ und zwar plattdeutsch. Der Initiativkreis Familienfreundliche Stadt hatte im Rahmen seiner zweiwöchigen mit weit über 100 Veranstaltungen gespickten Aktion zu einem Abend mit Texten, Liedern, Geschichten und Döntkes ins Burghotel eingeladen.

Mit Siegfried Knelangen, Hermann Lammers, dem ehemaligen Stadtdirektor Klaus Schütte, mit dem ehemaligen Landrat Hermann Bröring und dem Haselünner Urgestein Bernd Megger war es Margret Berentzen, Maria Jazdzejewski und Wilfried Beckmann vom Initiativkreis gelungen, Kenner der plattdeutschen Sprache an den Vortragstisch zu holen. Als Präsident des Emsländischen Heimatbundes forderte Bröring, die plattdeutsche Sprache in Schulen und Kitas zu verankern. „Der Emsländische Heimatbund unterstützt jede Initiative, die der Förderung des Plattdeutschen dient“.

Dass Plattdeutsche nicht nur zu Erheiterung, Lachen und Schmunzeln dient, untermauerte Hermann Lammers mit sehr nachdenklichen Geschichten wie „Sienen Wegg finnen“ oder „Diktat oder Uppsatz“, in dem von Eingliederungsproblemen eines Schülers in eine neue Klassengemeinschaft die Rede war. Aufgelockert wurde die Lesung durch plattdeutschem Gesang eines Siegfried Knelangen – mal ernst, mal humorvoll.

Bröring erinnerte ungewollt in seinem Text „De knieprige Tante“ an manche „Bettelattacken“ bei Haushaltsdebatten im Kreistag. Die Lacher auf seiner Seite hatte Klaus Schütte mit Texten wie „De Schaulpatron“, einem Gutsherrn, der seinen Namen wohl getragen habe, weil er zu wissen glaubte, was für seine Mägde und Knechte gut ist. Da passte dann einBeitrag aus dem neuen Emsland Jahrbuch von Theo Mönch-Tegeder, die „hintersinnige Gedanken zum Emsländer“ preisgibt. Der Emsländer sei kein Bedenkenträger, so Bröring, sondern ein Mensch, der zum Motto habe: „Jetzt haben wir es, jetzt muss es auch genutzt werden“.

Die Krönung der Lesung zelebrierte Bernd Megger, der stundenlang aus dem Haselünner Nähkästchen in Platt prooten kann. Zu Beginn bat er alle Anwesenden, falls sie mit einem der vielleicht in seinen Döntkes vorkommenden Personen „verwandt, verschwägert oder sonst watt bünnt“, nich glieks noan Advokaten tau loopen. „Man kann dat uk bien Flaschke Wien beprooten“.


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