Usch Luhn liest Kindern vor Monsteralarm in der Paulusschule Haselünne

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Sie erzählte den Schülern von pupsenden und Kreide fressenden Monstern: Kinderbuchautorin und Filmdramaturgin Usch Luhn las in der dritten Klasse der Paulusschule aus dem Buch „Die Gagas. Achtung, Monsteralarm!“ vor. Foto: Kim KarotkiSie erzählte den Schülern von pupsenden und Kreide fressenden Monstern: Kinderbuchautorin und Filmdramaturgin Usch Luhn las in der dritten Klasse der Paulusschule aus dem Buch „Die Gagas. Achtung, Monsteralarm!“ vor. Foto: Kim Karotki

Haselünne. Wenn Kinder sich in der Schule streiten oder unaufhörlich lachen, dann sind Lehrer, die mit Nachsitzen drohen, meistens nicht weit. Was aber, wenn die Schüler gar nichts dafür können? Wenn Zankpfeile und Kicherkugeln für das Chaos verantwortlich sind? Davon hat Autorin Usch Luhn den Schülern der dritten Klassen in der Paulusschule erzählt.

„Oh, was hast du denn da?“ Die Kinderbuchautorin schreitet auf die Kinder, die in der dritten Reihe sitzen zu. „Halt mal still“, sagt sie zu einem Mädchen und zupft vorsichtig etwas von ihrer Schulter. Mit den Fingerspitzen hält sie es in die Höhe. „Ein Zankpfeil! Da hast du aber noch mal Glück gehabt“, beruhigt sie die Schülerin; nicht auszudenken, in welche Streitereien sie sonst geraten wäre.

Kicherkugel unterwegs

Auch eine Kicherkugel scheint unter den Kindern ihr Unwesen zu treiben, denn nachdem die Schriftstellerin eine solche im Klassenraum gesichtet hat, beginnt ein Junge, der ganz in der Nähe sitzt, zu lachen. Was für ein Chaos solche Monster in einer Schule verbreiten können, darüber las die gebürtige Österreicherin den Kindern nicht nur vor, sondern ließ sie es in der „Lesung“ erfahren.

Die Lesung in der Paulusschule fand im Rahmen der Aktion „Haselünne liest und singt“ statt. Usch Luhn las den Schülern aus einem ihrer über 50 Kinderbücher vor, dem ersten Band der Gagas mit dem Titel „Achtung, Monsteralarm!“. Im ersten Kapitel dürfen die Kinder der Regenbogenschule ihre Haustiere mitbringen. Julie kann jedoch nur Fotos von ihrem Pony Peperoni zeigen.

So spekulieren die Schüler aus Haselünne, warum das Pony nicht in die Schule durfte. „Weil die Hufe die Fliesen kaputt machen würden“, „wegen der Pferdeäpfel“ oder „weil Pferde mit ihrem langen Schweif auch etwas umschmeißen können“ lauteten einige Antworten der Schüler, die sich eifrig auf die Fragen der Autorin meldeten.

Diese wiederum vermochte es, die Kinder mit ihren Geschichten zu verblüffen – wie etwa mit der mysteriösen Flasche mit der Aufschrift „Gedankenluft“, die Frida, Luis, Julie und Matti von der Regenbogenschule auf dem Dachboden finden – oder zum Lachen zu bringen, als vom Pupsmonster die Rede war.

Papagei Plemplem

Mehr erzählend als lesend führte sie die Schüler in die Chaoswelt der „Gagas“ ein. Doch sie berichtete den Kindern auch, wie es gekommen war, dass sie Schriftstellerin wurde, wie sie sich aus Langeweile eine Geschichte ausdachte und ihrem Opa erzählte, der daraufhin einen Jäger rief, um den angeblichen Wolf im Wald aufzuspüren. „Geschichten zu schreiben ist ganz leicht“, versicherte sie den Schülern, denn es gebe immer jemanden, der ihr sagen würde, worüber sie schreiben solle.

„Schreib doch etwas über eine Burg“, soll jemand gesagt haben, und „mein Papagei muss darin vorkommen“ jemand anderes– so sei die Nele-Reihe auf Burg Kuckuckstein mit dem Papagei Plemplem entstanden. Einen Papagei hatte die Autorin als Handpuppe mit im Gepäck und ließ in krächzend durch das Klassenzimmer flattern.

Dieser Kontakt zu den Lesern, ist es den Luhn beim Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern so schätzt. „Man kann die Kinder einfach fragen, was sie lesen möchten; so wird das Schreiben zu etwas Kollektivem“, sagte sie im Gespräch. So seien viele ihrer Bücher erst dadurch entstanden, dass Leser ihr in E-Mails oder Briefen von ihren Erlebnissen erzählten und sich darüber eine Geschichte wünschten.

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