Vorlesespaß mit MT-Redakteurin Plötzlich steht Pippi Langstrumpf in Haselünner Kindergarten

Von Helmut Diers

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Haselünne. Sie ist ja soooo stark, fröhlich und cool: Pippi Langstrumpf. Viele Kinder hätten sie gern zur Freundin. So auch viele Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Ursula Haselünne, der am Donnerstag Besuch eines Pippi-Doubles bekam. Carola Alge, Redakteurin der Meppener Tagespost, las dort aus einem Pippi-Buch und schlüpfte dafür kurzerhand auch optisch in die Rolle des Mädels mit den roten Zöpfen und den lustigen Sommersprossen.

Die große Aktion „Haselünne singt und liest“ machte den Besuch möglich. Die Kindergartenkinder fanden das toll. Allerdings beäugten sie zunächst die für sie wohl leicht zu groß geratene Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, wie Pippi mit vollständigem Namen heißt, durchaus skeptisch. Das Eis schmolz aber schnell, als Pippi die Kinder aufforderte, mit ihr in einen kuschelig warmen Raum zu kommen, wo sie den Jungen und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren von ihrem Leben in der Villa Kunterbunt erzählen und vorlesen wollte.

Ein rostiges Haus

Und da war erst einmal ein weiteres „Beschnuppern“ angesagt. Es wurden die roten Haare durch leichtes Ziehen an den abstehenden Zöpfen mehreren Echtheitstests unterzogen. Der dreijährige Phil Neymeyer stellte später fest: „Pippi hatte echt rote Haare“. „Die wohnt in einem rostigen Haus“, hatte Aabir Salmi schon vorher mal gehört. Also musste die in ihrer Mitte sitzende Pippi trotz ihrer Größe echt sein.

Die Wahl des Buches für die Leseaktion fiel Carola Alge nicht schwer. „Pippi Langstrumpf hat die Herzen unzähliger Kinder erobert. Meins auch. Ich habe die Bände um das Mädchen mit den roten Zöpfen und den lustigen Sommersprossen im Gesicht verschlungen. Jahrzehnte sind seitdem vergangen, und doch sind die Pippi -Bücher meine Lieblingslektüre geblieben“, so die stellvertretende Redaktionsleiterin der Meppener Tagespost.

Astrid Lindgren habe mit Pippi eine Figur geschaffen, die längst kein alter Zopf, sondern hochaktuell sei. Pippi sei eine Anarchistin. Das tierliebe Mädchen lasse sich nicht verbiegen, sei unabhängig, eigenständig und frech genug, sich gegen unnötige Konventionen und Unrecht aufzulehnen. Mit ihrer Unbekümmertheit, Willensstärke und ihrem Mit-sich-selbst-im-Reinen-Sein ist Pippi über Generationen hinweg Vorbild für Kinder.

Abenteuer

Die Sprösslinge im St. Ursula Kindergarten , der in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen feiert, haben erstaunlich lange zur Stange gehalten und hoch konzentriert zum Abschluss eines langen Kindergartentages den vorgelesenen Abenteuern zugehört, Fragen gestellt und kindgerechte Antworten erhalten.

Als dann die dreijährige Anni Bohmann von ihrer Mutter abgeholt werden sollte, stand für das kleine Mädchen fest: „Pippi ist da, ich bleibe bei Pippi“. Der Mutter blieb nur das Warten auf den Schluss der Vorlesestunde. Auch die fünfjährige Niela Kohnen harrte bis zum letzten Satz von Pippi aus. „Von mir aus kann Pippi nächste Woche wiederkommen“. Als der vierjährige Niklas Materne kurz nach der Lesung ein von ihm in Windeseile gemaltes Porträt der „frechen Göre“ aus Schweden Pippi alias Carola Alge überreichte und sie dankbar umarmte, stand für die Redakteurin sofort fest, „ich bin nächstes Jahr wieder bei der Haselünner Aktion dabei“.

Es sollte übrigens nicht bei dem einen Bild bleiben. Die sechsjährige Anna Book hatte gleich zwei Bilder in kürzester Zeit geschaffen – die Villa Kunterbunt und ein Porträt von Pippi, von der aus Schweden, nicht von der der Meppener Tagespost. Der Dank Carola Alges für die junge Künstlerin fiel mit einer Umarmung ebenfalls sehr herzlich aus.


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