Konzert zum Jubiläum Stimmen mit zarten Klängen in Haselünne

Ein gemeinsames Konzert gaben in Haselünne der Mannenkoor OBK und der MGV Rheingold. Foto: Daniel LöskerEin gemeinsames Konzert gaben in Haselünne der Mannenkoor OBK und der MGV Rheingold. Foto: Daniel Lösker

Haselünne. Die letzten Töne des gemeinsam vom Männergesangverein Rheingold aus Haselünne und dem aus der Partnerstadt Elburg gesungenen holländischen Liedes „Nader, mijn God, bij U“ klingen noch durch die gotische Haselünner Hallenkirche St. Vincentius, da braust schon der Beifall der zahlreich erschienenen Besucher los.

Über 90 Minuten abwechslungsreicher Musik liegen hinter allen Beteiligten. Es ist zu sehen, dass die Anspannung in den Gesichtern der Sänger abfällt und sich Zufriedenheit über das Geleistete zeigt.

Der MGV Rheingold hatte zu einem großen Chorkonzert aus Anlass der Feiern zur 25-jährigen Städtepartnerschaft von Elburg und Haselünne geladen und damit die mehrwöchige Veranstaltungsreihe „Haselünne liest und singt“ eröffnet. Dass in der Korn- und Hansestadt gut gesungen wird, bewiesen die über 70 Sänger eindrücklich. Der Mannenkoor OBK überzeugte mit zartestem Pianissimo und gewaltigem Forte. Allerdings übertrieben es die gut aufgelegten Sänger bei Letzterem gelegentlich, sodass die sängerische Leichtigkeit mitunter verloren ging.

Der musikalische Leiter des holländischen Ensembles, Wim Magré, hatte für den Gastauftritt ein vielfältiges Programm ausgewählt, bei welchem der Chor seine Stärken bestens präsentieren konnte. Begleitet wurden die Sänger von ihm selbst am Klavier und von seinem Sohn Wilbert Magré an der Orgel. Beeindruckend, wie es die beiden schafften, trotz räumlich großer Entfernung absolut exakt miteinander zu musizieren. Die klug ausgewählte Orgelregistrierung ermöglichte es, dass besonders die Bässe wie auf einem sorgfältig geknüpften Teppich ihre Stimmen mit zarten Klängen darbieten konnten.

Der mit knapp 50 Sängern etwa doppelt so stark wie der MGV Rheingold besetzte Mannenkoor hatte nach raffinierten Arrangements von amerikanischen Spirituals sowie klanglich fein ausgearbeiteten holländischen Liedern mit ihrem abschließendem „Dank sei dir, Herr“ von Georg Friedrich Händel die Gelegenheit, den Zuhörern die ganze dynamische Bandbreite seiner Gesangskunst zu zeigen.

Der MGV Rheingold konnte diesem gewaltigen Stimmvolumen seine erstaunliche Reife im A-cappella-Gesang entgegensetzen. „Selig sind, die Verfolgung leiden“ aus „Der Evangelimann“ von Wilhelm Kienzl geriet zu einem starken Bekenntnis von Männergesang. Große, strahlende Höhen der Tenöre und sonore Bässe selbst in tiefsten Lagen offenbarten alles, was diese Kunst auszeichnet. Leider zeigten sich gelegentliche intonatorische Schwächen sowie Unsauberkeiten in den Absprachen von Konsonanten. Die positive Ausstrahlung überwog dennoch, weil die Sänger und ihr Dirigent große Musikalität bewiesen.

Bestens vorbereitet

Der von Ludwig Kronabel geleitete und bei vier Liedern von Paul Verheyen begleitete Chor war bestens auf das Konzert vorbereitet. Im berühmten „Ave verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart, welches satztechnisch perfekte, aber auch knifflige, weil harmonisch äußerst anspruchsvolle Partien enthält, zeigten die Sänger, dass sie solch einem hohen Anspruch durchaus gewachsen sind.

Zum Höhepunkt gerieten die zum Abschluss von beiden Chören gemeinsam gesungenen Stücke. Schuberts „Heilig, heilig“ füllte jede Ecke der Kirche mit wärmenden dunklen Männerstimmen. Extra für diesen Auftritt vorbereitet wurde das bereits erwähnte Lied „Nader, mijn God, bij U“. Dieses konnte so gefallen, dass es gleich noch einmal wiederholt werden musste.

Felix Schnoor, Vorsitzender des MGV Rheingold, betonte in seinen Dankesworten den Freundschaftsgedanken, der nicht nur auf dem Papier als Städtepartnerschaft deklariert ist, sondern durch das gemeinsame Musizieren von holländischen und deutschen Sängern deutlich wird.

Zwei Tage werden die niederländischen Freunde und ihre Frauen Gast in der Korn- und Hansestadt sein und gemeinsam mit dem MGV Rheingold die Gegend erkunden. Begrüßt wurden sie dabei schon am Nachmittag von Bürgermeister Werner Schräer, der es sich auch nicht nehmen ließ, am Abend Zuhörer des großen Chorkonzerts in Haselünne zu sein.