Internationale Begegnung Haselünne lernt viele Kulturen kennen


Haselünne. Der 23-jährige Grieche Jannis Karaolanis, seit zwei Jahren als Koch in Haselünne ansässig, brachte es auf den Punkt. „Dieser Tag war sehr schön. Wir haben die Kultur der anderen kennengelernt.“ Mit diesen Gedanken verließen auch etwa 70 Besucher nach 90 Minuten am Sonntagnachmittag die Arena der Bödiker-Oberschule. Sie waren begeisterte Zeugen des ersten Haselünner Nachmittages der internationalen Begegnung geworden.

„Ich würde Sie und euch gerne jetzt in 60 Sprachen begrüßen, denn so viel Nationalitäten leben in Haselünne“, sagte Wilfried Beckmann vom „Initiativkreis familienfreundliche Stadt“. Dem Initiativkreis war dieses Pilotprojekt im Rahmen der Aktion „ Haselünne liest und singt“ ein ganz besonderes Anliegen. „Wir waren überrascht, dass trotz kurzfristiger Einladung über die Schulen so viele Besucher da waren und begeistert nach Hause gingen“, sah Margret Berentzen vom Initiativkreis den Tag auch als „Zeichen des Willkommens“. Dieses Kennenlernen und Verstehen der anderen sei eine wichtige Aufgabe für alle Bürger der Stadt, betonte Beckmann.

Was dann in der Arena vorbereitet oder auch spontan abging, war toll und trug zum gegenseitigen Verstehen bei. Da spielte es oft keine Rolle, ob man die Sprache verstand oder nicht. Bewundernswert war einfach der Mut der Mitbürger von den Philippinen bis Mittelamerika, von Griechenland bis Dänemark, sich auf die Arenabühne zu stellen, sein persönliches Schicksal zu erzählen, fast professionell Liedbeiträge in der Muttersprache gefühlvoll vorzutragen, in drei Sprachen gleichzeitig sein Herkunftsland zu beschreiben oder in aller Entspanntheit einfach nur ein Gedicht in seiner Muttersprache vorzutragen.

Frauke Steuter, Leiterin der Oberschule, verstand es ausgezeichnet, bei der Vorstellung der Akteure ihnen mit ihrer Moderation das Lampenfieber zu nehmen. Da dauerte es selbst bei der dreijährigen Michelle Dühnen und ihrer Mama Anni nicht lange, in der Landessprache der Mutter ein Lied zu schmettern. Der Beifall war der jungen Dame gewiss. Den Einstieg in das Programm machte Karaolanis aus Xanthi im Norden Griechenlands am Keyboard mit griechischen Volksweisen und der Chor der Paulusschule mit Liedern in Englisch, Deutsch, Französisch sowie Italienisch unter der Leitung von Margareta Borrmann.

Inna Hibert aus Kirgistan, die Russisch und Kirgisisch spricht und Deutsch beherrscht, freute sich, „dass ich hier sein kann. Die Idee zu dem Nachmittag finde ich gut. Wer sich integrieren will und sich Mühe gibt, der schafft das auch.“ Der 13-jährige Saboor Kamaludien aus Afghanistan, seit fast acht Jahren in Haselünne, erzählte seine Leidensgeschichte und meinte: „Ich fühle mich hier wohl.“ Das tut auch Bellinda Müller aus Ghana. „Anfangs war es hier nicht einfach. Inzwischen bin ich hier glücklich und habe drei Kinder.“ Auch Naomi Robinson aus Mittelamerika, Greta Molnar aus Ungarn, Heidi Toft Loosveld aus Dänemark, Benedito Hoffmeister aus Brasilien, Toni Bryant aus England, Kristi Berns aus den Niederlanden, Rut Gerlitz aus Russland und Agnieszka Satola aus Polen wirkten mit. Beeindruckt war nicht nur Bürgermeister Werner Schräer von der „Verschiedenheit und Buntheit der Nationalitäten“ in der Stadt, sondern auch Ulrich Dreischulte: „Die bunte Vielfalt der Mitbürger hat mich fasziniert.“ Und Bellinda Müller meinte: „So einen Tag sollte man häufiger machen.“