Feier in Haselünne Wirtschaftsverband erfolgreich für das Emsland

Von Tobias Böckermann


Haselünne. Der Wirtschaftsverband Emsland hat im Berentzen Hof in Haselünne sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Der Präsident des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, lobte die Innovationskraft der inzwischen 386 Mitgliedsbetriebe und den Verband als Sprachrohr der Wirtschaft.

2004 war der Verband mit folgender Idee gegründet worden: Die boomende Wirtschaft der Emsregion sollte ihr eigenes Profil und die Marke „Emsland“ schärfen und sich zu diesem Zweck besser organisieren. Kreativität, Innovationsfreudigkeit und Flexibilität sollten nicht nur gefördert, sondern auch im Interesse des Standortes genutzt werden. Gründungsvorsitzender Dieter Barlage und sein Team aus 13 weiteren Vertretern der 51 Gründungsunternehmen stellten deshalb von Anfang an die „Mehrwertstrategie“ konsequent in den Mittelpunkt ihrer Arbeit – Mehrwert für Betriebe. Für solche mit drei Angestellten ebenso wie für große Industrieunternehmen.

Wichtiges Sprachrohr

Die Initialzündung für die Gründung des Wirtschaftsverbandes hatte der damalige Landrat Hermann Bröring. Nach zwei erfolglosen Anläufen nutzte der Landkreis Emsland die positive Stimmung nach dem Lückenschluss der A 31 gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken und der Sparkasse Emsland dazu, die gemeinsame Idee voranzutreiben. Mit 60000 Euro Startkapital machte sich der junge Verband auf den Weg, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft im Emsland „nachhaltig positiv zu gestalten und die Region auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen“.

Inzwischen vertritt der heute von Alfons Veer (Vorsitzender) und Norbert Verst (Geschäftsführer) geführte Verband 386 Unternehmen und Kommunen mit 45000 Mitarbeitern und damit die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Er vermittelt Kontakte für den Meinungsaustausch, ermöglicht Netzwerkarbeit, besetzt aktuelle Themen und trägt Vorstellungen der Wirtschaft an die Politik heran.

Das Engagement ist vielfältig. Der Verband vergibt zum Beispiel seit 2007 alle zwei Jahre den emsländischen Unternehmerpreis, veranstaltet mit der Sporthilfe die Sportwirtschaftsgala, hat die überregional beachtete Emsländische Stiftung Beruf und Familie mit gegründet, ist Gründungsmitglied der Energieeffizienzagentur und veranstaltet regelmäßig ein Energieforum. Derzeit steht das Thema Fachkräftemangel ganz oben auf der Arbeitsliste.

„Planungsinfarkt droht“

Landrat Reinhard Winter dankte neben Hermann Bröring allen Beteiligten für eine absolute Erfolgsgeschichte. „Die Region hat eine Stimme der Wirtschaft gebraucht und sie hat sie erhalten.“ Es sei wichtig, weiter Pflöcke für die Zukunft einzuschlagen, sagte Winter, zum Beispiel beim Ausbau der E 233.

Für den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, war in seiner Festrede klar, dass vor allem der Entschluss von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft, sich gemeinsam zu engagieren, zum Erfolg geführt habe. Der überaus erfolgreiche Emslandplan habe nach dem Zweiten Weltkrieg dabei geholfen, aus dem Armenhaus eine Erfolgsregion zu machen. „Dies wäre aber ohne das Engagement der Menschen undenkbar gewesen.“

Die Arbeit des Wirtschaftsverbandes setze die Arbeit für die Region fort und verhindere Stillstand und damit Rückschritt. Busemann sagte – mit Blick auf die rot-grüne Landesregierung, er sehe derzeit angesichts des Landesraumordnungsprogramms mit „immer mehr Bürokratie und Vorschriften“ für die Kommunen aus Hannover die Gefahr eines „Planungsinfarktes“ im Land.

Hermann-Josef Mammes, Redaktionsleiter Emsland der NOZ Medien, moderierte die Festveranstaltung und führte am Ende Interviews mit den Gründern Ehrenlandrat Hermann Bröring, Maria Borgmann (Hölscher Wasserbau), Peter Voss (Präsident der Handwerkskammer ) und Hans-Günter Kaltwasser (Sparkasse Emsland) berichteten, wie sie vor zehn Jahren ihre Arbeit begonnen hatten. Borgmann sprach ein im Emsland wichtiges Thema an: die Zahl der Frauen, die nach der Babypause wieder in ihrem Beruf Fuß fasst, ist zu niedrig. „Hier sind die Unternehmer am Zug“, sagte sie.


2004: Gründung mit 51 Unternehmen der Region. Erster Vorsitzender wird Dieter Barlage.

2006: Gründung der „Emsland-Akademie“

Anfang 2006 treten auch zahlreiche Gemeinden bei.

2006: Gründung der Familienstiftung mit einem Startkapital von 1 Million Euro.

2007: Erstmalige Verleihung des Unternehmenspreises

2009: Ludwig Jansen wird zum neuen Vorstand gewählt.

2011: Projekt „Mint – Mädchen in Technik“

2012: Alfons Veer wird Vorsitzender.

2014: Zehnjähriges Jubiläum. Der Verband hat über 370 Mitglieder mit rund 45000 Beschäftigten.