Tourismus-Oscar Mundraub im Hasetal ist in aller Munde


Haselünne. Die Hasetal Touristik GmbH ist am Donnerstag in Freiburg für ihr Mundraub-Projekt mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet worden.

Am Hasetalradweg wächst die Wegzehrung sprichwörtlich auf den Bäumen. 2000 öffentliche Obstbäume weisen den Radlern nicht nur den Weg, sondern laden auch zum legalen Mundraub ein. Das Pflücken erleichtern Bänke mit Räuberleitern. Es gibt Baumschnittkurse und Mundräubertouren sowie fruchtige Hasetal-Produkte. Wer möchte, kann Obstbaumpate werden. Die Idee hinter dem Konzept: die Kulturlandschaft durch touristische Wertschöpfung erhalten. Das Projekt überzeugte die Jury. Sie zeichnet einmal im Jahr bundesweit herausragende Ideen im Tourismus aus.

Kostenlos Äpfel während der Radtour pflücken, die Bäume pflegen und mit originellen Ideen die Region damit vermarkten – das zeichnet die erste „Mundraubregion“ in Deutschland aus. Sie liegt im idyllischen Hasetal zwischen Osnabrück und Meppen.

Über die Auszeichnung ist Wilhelm Koormann, Geschäftsführer der Hasetal Touristik in Löningen, hocherfreut: „Wir haben alle Partner von der Hotellerie über die Schulen bis zu bundesweiter Prominenz als Baumpaten in alle unsere Planungen und Aktionen frühzeitig eingebunden.“ Der Mundraub in der Hasetal-Region sei in aller Munde, beschreibt Koormann seine Freude über den Tourismus-Oscar.

Die Projekt-Obstbäume stehen am Hasetalradweg, der jährlich von mehr als 50000 Radtouristen befahren wird. Baumschnittkurse, Obstveredelung in Form von Säften oder Likören sowie Räuberleitern zum Pflücken begleiten das umfassende Konzept der Hasetaler. Die Jury lobte das innovative Konzept.

Über eine viertägige Mundräuber-Radtour lässt sich das ausgezeichnete Hasetal von der Quelle bis zur Mündung entlang der Hase ganz bequem erradeln. Das Schönste: Dieser Mundraub ist straffrei, und im Frühling steht die Blüte der Bäume an. Zudem kann auch jeder Radtourist Baumpate werden – für 20 Euro im Jahr.

Zu den Paten gehören auch die Haselünner Ratsmitglieder ( wir berichteten ). Sie hatten zu Weihnachten 2012 von der Stadt ein besonders Geschenk erhalten: die Patenschaft für einen von 31 Obstbäumen in Hamm an der Straße „Lienkolk“.


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