„O´zapft is“ in der Stadthalle Spaß beim 1. Original Haselünner Oktoberfest

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Haselünne. Das Oktoberfest ist längst kein bayerisches Phänomen mehr, auch in der Haselünner Stadthalle sind von Samstagabend bis in den Sonntagmorgen die Maßkrüge gestemmt worden. Das 1. Originale Haselünner Oktoberfest lockte rund 650 Gäste nicht nur aus dem Emsland in die blau-weiß gewandete Stadthalle.

„Für das erste Mal ist das Fest hier sehr gut besucht“, zog Steffen Freese, Geschäftsführer des Veranstalters „Weser-Ems-Events“ aus Löningen ein zufriedenes Fazit. Für den Südoldenburger war das Oktoberfest in der Stadthalle das erste große Event seiner beruflichen Selbstständigkeit als Veranstalter. Wenn Freese auch zufrieden war, die Stadthalle könnte bei einer zweiten Oktoberfestauflage durchaus mehr bayrisches Dekorationsmaterial vertragen.

Als der zu jeder Oktoberfesteröffnung gehörende Fassanstich erfolgte, hatte die Burgmannskapelle längst die Besucher in erste Hochstimmung versetzt. Das anfangs fehlende Holzfass stach unter Jubelgesängen Bürgermeister Werner Schräer mit nur einem einzigen Hammerschlag und ohne schäumende Biergischt an. „O´zapft is“, zitierte er nach seinem Meisterstück den ehemaligen Münchener Oberbürgermeister (1948 – 1960) Thomas Wimmer, auf den der abertausende Menschen in Verzückung setzende Ausruf zur Eröffnung des Münchener Oktoberfestes zurückgeht.

Anja und Katrin, eine ehemalige Haselünnerin, die eigens aus Sustrum-Moor den Weg in die Stadthalle gefunden hatten, waren hellauf begeistert. „Hier herrscht schon nach kurzer Zeit eine tolle Stimmung“. Mama Tanja und Tochter Aisha aus Löningen konnten das nur zu gern bestätigen. Da wunderte es auch niemanden, dass Haselünnes Rathauschef beim Blick in die Halle und auf die Gäste feststellte: „Die Madels san fesch, die Buam knackig“.

Die Gäste, die überwiegend in Dirndl und Lederhosen gekleidet waren, wenn auch manchmal sehr experimentierfreudig mit viel Glitzer, Gold und Strass besetzt, tanzten schon nach zwei Stunden auf den Tischen.

„Wenn ich eine Tracht trage, schlüpfe ich in eine Rolle und übernehme die Mentalität der Bayern“, weckte der Besuch in der Stadthalle bei Monika aus Nordhorn Erinnerungen an schöne Urlaubstage im Süden Deutschlands und an ihre schauspielrischen Ambitionen. Sigrid aus Haren und Heike aus Haselünne wollten mit Freunden feiern: „Das macht riesigen Spaß“. Sie kauften gleich dem Meppener Carsten Kannapee einige Leuchtbändchen aus seinem Bauchladen ab.

Carsten musste unter strenger Aufsicht von Joachim Wahmes, Schützenkönig der Meppener St. Antonius Schützen, diese zum Junggesellenabschied an die Damen verkaufen. „Das Geschäft läuft gut“, stellte er fest. Er geht morgen in Meppen den Bund fürs Leben ein. Dass die Stimmung im Saal nach drei Stunden beim Auftritt der Band „Red Snapper“ aus Hannover brodelte, lag an deren Mix aus Schlager, Rock, Pop und Tanzmusik.

Schnell in Stimmung

Da hielt es auch den 30-jährigen Martin aus Meppen nicht auf der harten Holzbank, obwohl er alkoholischen Genüssen tapfer entgegentrat. „Es macht auch so Spaß. Ich muss heute meine Freunde nach Hause kutschieren“. „Es ist einfach toll, mit gleich gesinnten Freunden zu feiern“, meinte die 35-jährige Irmgard aus Haselünne. Die gebürtige Hunsrückerin Konny, die es der Liebe wegen vor neun Jahren nach Lingen verschlagen hatte, schwärmte: „Die Leute hier sind toll, die stehen schon nach kurzer Zeit auf Tisch und Bänken“. Konny merkte aber auch kritisch an: „Ich vermisse die Tanzfläche. Zudem musste ich sehr lange auf ein Bier warten“.

Die Tanzfläche wurde erst nach dem Abzug der Burgmannskapelle eingerichtet. Steffen Freese war sich sicher: „Das wird hier nicht das letzte Oktoberfest gewesen sein.


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