Ostfriesin bespaßt KFD-Frauen Humor-Trainerin mit Stäbchen im Mund zu Gast in Haren

Von Corinna Maatje

Öfter einmal lachen: Das ist das Lebensmotto der Ostfriesin Maike Carls. Foto: MaatjeÖfter einmal lachen: Das ist das Lebensmotto der Ostfriesin Maike Carls. Foto: Maatje

Haren.„Ich bin blond, über 50, in den Wechseljahren und Ostfriesin, also schrauben Sie Ihre Ansprüche an diesen Vortrag erst einmal gehörig nach unten“, so stellte sich Maike Carls bei ihrem Vortrag „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“ der katholischen Frauengemeinschaft vor, welcher von der KFD Region Haren organisiert wurde.

Zu Beginn warf Maike Carls die Frage in den Raum, was das Auftreten überhaupt ausmacht? Die Antwort: 55 Prozent Körpersprache, stimme zu 38 Prozent zu und Inhalt tatsächlich nur sieben Prozent. Dabei wird unsere Ausstrahlung durch unsere Gestik, Mimik, Körpersprache, unsere Stimme und den Sprachstil weit mehr als durch unser Wissen bestimmt.

So könne man vieles aus der Körpersprache schließen Handlungsbereit ist man laut Maike Carls nicht, wenn die Person die Hände hinter dem Rücken oder in der Hosentasche hat. Die Hände müssen dem Gegenüber gezeigt werden, erst dann wird der Handlungswille deutlich. Auch mit einer gebückten Haltung gibt es keinen Zugriff auf positive Erinnerungen und die Ausstrahlung nach außen auch nicht besser werde. Natürlich kommt es auch auf die innere Haltung an, so die Ostfriesin, und damit tun sich gerade Frauen häufig schwer. Da gebe es die ständigen „Essigabschmecker“ und den „50-Euro-Gang“, den Blick nach unten gerichtet, aber noch nie Geld gefunden, und die typisch weiblichen Selbstzweifel.

Aber auch die Stimme sei von Bedeutung. Wichtig ist, dass viel Atem beim Sprechen bleibt, sowie eine tiefe Stimme. Dies sei durch Training der Artikulationsorgane leicht zu üben, so die Pädagogin und Trainerin Maike Carls. Daher hat Carls laut eigener Aussage, immer einen Notfallkoffer dabei. Nicht nur für ihre Vorträge, sondern auch für den Alltag. In diesem Koffer befinden sich verschiedene Utensilien wie eine Clownsnase als „persönlicher Gefühlsairbag“ und eine rosarote Brille, mit der das Leben gleich anders aussieht oder eine grüne für selektives Sehen.

Wichtigstes Utensil, das weder im Notfallkoffer noch in der Damenhandtasche fehlen darf, ist ein Stäbchen. Ersatzweise funktioniert auch eine Gabel, ein Kugelschreiber oder eine Stricknadel. Wer dieses Teil quer zwischen die Lippen schiebt, lacht. Die Mundwinkel gehen automatisch nach oben, die Stimmung steigt, der Tag ist gerettet.

Die Humortrainerin machte deutlich, dass man im Alter nicht muffliger werden muss. Es sei immer gut, mit einem Lächeln unterwegs zu sein und zu versuchen, keine Missstimmung an sich heran zu lassen. Fiese Sprüche wie „Du bist ja schon wieder dicker geworden“ kann man da schon mal mit einem „Steht mir gut, nicht wahr?“ kontern.

Die Gelotologie, die Wissenschaft des Lachens, ist ein Spezialgebiet der Ostfriesin. Der Frau mit dem enormen Redeschwall nahmen die anwesenden Damen jedes Wort ab, auch die ernsten, wohl wissend, dass sie nur als abschreckende Beispiele dienen.

Mit Sprüchen wie „Siehst du die Schwiegermutter im Moore winken, wink zurück und lass sie sinken“, hatte die lebensfrohe Ostfriesin aber die Lacher stets auf ihrer Seite. Carls plauderte aus dem Nähkästchen eines fröhlichen Lebens. Sie sprach über Beziehungen, weibliche Haupt- und Nebenrollen auf den Rippen, über Falten, die Bewegung bringen. Kurz: Bei den rund 120 Frauen im Saal Büter in Haren-Rütenbrock gingen die Mundwinkel nach oben – sogar ohne Gabel.