Stadt finanziert Stellen Psychologen helfen Schülern in Haselünne

Von Georg Hiemann


Haselünne. Ab dem Schuljahr 2014/2015 werden in Kooperation mit den Schulsozialarbeitern an der Bödiker-Oberschule, der Paulusschule und dem Kreisgymnasium St. Ursula von der Psychologischen Beratungsstelle Meppen pro Woche zwei Beratungsstellen für Schüler, Lehrer und Eltern angeboten.

m Ausschuss für Schulen und Kultur der Stadt Haselünne stellte Martin Barlage von der Psychologischen Beratungsstelle Meppen die Erweiterung des seit 2012 bestehenden Projektes „Fair Play“ vor. „Die bisherigen Nachfragezahlen haben gezeigt, dass ein erheblicher Bedarf besteht.“

Die Schule sei heute mehr denn je zum „Lebensort“ der Schüler geworden. Unterricht reiche weit in den Nachmittag hinein. Probleme von zu Hause würden verstärkt in die Schule hineingetragen, die sich immer mehr um Erziehung kümmern müsse. „Auffällig ist die steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen“, betonte Barlage, der sich zurzeit an den drei genannten Schulen bei Elternabenden vorstellt und die neuen Beratungs- und Hilfsangebote erläutert. Dazu gehören die Einzelfallberatung von Schülern, Eltern und Lehrern, die Kleingruppenarbeit (zwei bis drei Schüler), die Fallbesprechung mit Sozialpädagogen, Themenarbeit für Eltern (zum Beispiel Mobbing, Handy usw.). Außerdem wird Sozialtraining für Klassen und Fortbildung für Lehrer angeboten.

„Wir müssen heute frühzeitig anfangen, etwas zu verbessern und positiv zu verändern“, freut sich Barlage, dass in Haselünne nicht nur die Schulen, Sozialpädagogen und Psychologische Beratungsstelle vertrauensvoll kooperieren, sondern auch sehr stark von der Stadtverwaltung und ihren Gremien unterstützt werden. In Haselünne bezahlt die Stadt die beiden Stellen der Sozialpädagogen im Schulbereich.

Bürgermeister Werner Schräer betonte auf Nachfrage, dass dieses Projekt zwar an den drei großen Schulen angesiedelt sei, aber auch die kleineren Schulen sich jederzeit melden können, wenn Bedarf vorhanden sei.

Wie wichtig die Arbeit der Diplom-Sozialpädagogen ist, wurde aus ihrem Vortrag über die Schulsozialarbeit an den städtischen Schulen deutlich – Ingo Schmit (seit 2010 Bödiker-Oberschule ) und Monika Matula (seit 2012 Paulusschule und andere Schulen). „Für unsere Arbeit ist besonders wichtig, gute Beziehungen zu den Schülern, Lehrern und Eltern zu haben“, brachte Ingo Schmit es auf den Punkt.

Der Aufgabenbereich ist vielseitig und umfasst neben dem Aufbau und der Pflege von Beziehungen die individuelle Beratung von Kindern und Jugendlichen, Lehrer auf bestimmte Schüler aufmerksam zu machen, Rat und Hilfe für Lehrer und Eltern. Inhalte und Themen der Beratung können Konflikte mit Mitschülern sein (Ausgrenzung, Bedrohung, Beleidigung usw.), Konflikte mit Lehrern, Konflikte im Elternhaus. Weiterhin Schulschwierigkeiten, Schulversagen, Schwänzen, geringes Selbstwertgefühl, Alkohol, Zigaretten, Computer, Handy usw. Wichtig sei auch die Präventionsarbeit, betonten beide.

Dazu gehörten Gruppenarbeit zur Verbesserung der sozialen Kompetenz, Mobbing-Prävention und Konfliktanalysen, Sozialtraining, Rollenspiel, Entspannungsübungen. Zur Arbeit der Sozialpädagogen zählt auch die gute Kooperation innerhalb der Schule wie auch extern mit den unterschiedlichsten Stellen und Ämtern. Der Ausschuss nahm die umfangreichen Informationen zur Kenntnis.

Im Bericht der Verwaltung stellte Erster Stadtrat Reiner Strotmann einige kleinere Baumaßnahmen vor, die in den Sommerferien an den Schulen durchgeführt wurden. Für die Grundschule Flechum-Westerloh sei die Stelle als Schulleiter erneut ausgeschrieben worden. Die Erweiterung und Sanierung der Kita Lahre-Huden sei fast abgeschlossen. Die Einweihung des neuen Traktes (Anbau einer Krippe) ist am 29. November 2014. Nach einem Namen für diese Kita wird noch gesucht.