Lebhaft und emotional Haselünner Klosterkirchen spielten ihr Abschlusskonzert

Von Michael De Witt

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Zum Auftakt gab es das Divertimento Nr. 1 KV 229 von Wolfgang Amadeus Mozart, eine Komposition, die in allen unterhaltsamen Sätzen eine unbeschwert heitere Stimmung verbreitete und vom Ensemble musikantisch und feinsinnig nuanciert dargeboten wurde. Foto: ArchivZum Auftakt gab es das Divertimento Nr. 1 KV 229 von Wolfgang Amadeus Mozart, eine Komposition, die in allen unterhaltsamen Sätzen eine unbeschwert heitere Stimmung verbreitete und vom Ensemble musikantisch und feinsinnig nuanciert dargeboten wurde. Foto: Archiv

Haselünner. Der Initiativkreis der Haselünner Klosterkirchenkonzerte konnte bei seinem Abschlusskonzert der Saison 2014 auf eine großartige Veranstaltungsreihe zurückblicken. Jan Bernd Berentzen richtete als Sprecher des Gremiums einige Dankadressen an Personen und Institutionen und erklärte, dass ohne deren Aktivitäten und Spendenbereitschaft ein so umfangreicher kultureller Beitrag für die Region nicht funktionieren könne.

Mit dem „Carus Trio Dresden“ hatte man ein hochkarätiges Bläserensemble verpflichten können, das ein spannungsreiches Programm mit ganz unterschiedlichen Wirkungen anbot und dabei hohe kammermusikalische Kompetenz zeigte.

Zum Auftakt gab es das Divertimento Nr. 1 KV 229 von Wolfgang Amadeus Mozart, eine Komposition, die in allen unterhaltsamen Sätzen eine unbeschwert heitere Stimmung verbreitete und vom Ensemble musikantisch und feinsinnig nuanciert dargeboten wurde.

Das „Rondell“ von Isang Yun wurde vom Fagottisten Philipp Zeller mit wichtigen Bemerkungen zum Leben und Schaffen des Komponisten eingeführt. Der in Europa hochdekorierte Isang Yun verband in seinen Kompositionen koreanische Traditionen mit europäisch avantgardistischen Techniken. Schrille Eruptionen wechselten mit meditativen Momenten. Den Bläsern gelang eine eindrucksvolle Interpretation des Werkes, das für Musikliebhaber ohne avant-gardistische Hörerfahrung eine schwere Kost darstellte.

Der Franzose Alexandre Tansman verwendete in seiner „ Suite für Trio d`anches “ neoklassizistische Elemente, wie polytonale Harmonien, die nach starken Spannungen immer in traditionelle Tonalität zurückfanden. Das Dresdener Trio konnte die großartige Komposition sowohl in den melodisch bestimmten Teilen als auch in den rhythmisch lebhaften Passagen mit spielerischer Eleganz und kammermusikalischer Dichte interpretieren. Der zweite Programmteil begann mit Ludwig van Beethovens Variationen über die bekannte Mozartarie aus der Oper Don Giovanni „Reich mir die Hand, mein Leben“ in einer Fassung für Oboe, Klarinette und Fagott. Das launige Werk zeigte in den neun Varianten humorige, quirlige und kantable Passagen, die von den drei Musikern als klingende Ohrwürmer gestaltet wurden.

Das „Divertissimento“ vom tschechischen Komponisten Erwin Schulhoff zeichnete sich durch seine unverkrampfte Verschmelzung von U- und E-Musik aus, es war in seiner freien Tonalität ein wirkungsvoll expressionistisches Meisterwerk, das vom „Carus Trio“ mit allen geforderten Kunstfertigkeiten grandios dargestellt wurde.

Auch die „5 Pièces en Trio “ von Jacques Ibert mit ihrer gemäßigt modernen Tonsprache und subtilen Klangfarben wurden musikantisch begeisternd zelebriert. Die Zuhörer erlebten ein spannungsvolles Konzert.


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