15. September Cincinnati in den USA feiert den Haselünne-Tag

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Voller Stolz hält Werner Schräer (v. l.) den Rathaus-Schlüssel von Cincinnati in seinen Händen. Die Schwestern Marti Kerkoff-Wallace, Caren Gromade und Cathryn Coffelt überreichen die Proklamation zum „Haselünne German Day“. Foto: Iris KroehnertVoller Stolz hält Werner Schräer (v. l.) den Rathaus-Schlüssel von Cincinnati in seinen Händen. Die Schwestern Marti Kerkoff-Wallace, Caren Gromade und Cathryn Coffelt überreichen die Proklamation zum „Haselünne German Day“. Foto: Iris Kroehnert

Haselünne. Cincinnati liegt im Bundesstaat Ohio in den Vereinigten Staaten und hat knapp 300000 Einwohner. Etwa 70 Prozent der weißen Bevölkerung haben deutsche Wurzeln. Dies berichtet Marti Kerkhoff-Wallace. Die US-Amerikanerin ist derzeit zum zweiten Mal auf Deutschland-Besuch, denn ihre familiären Wurzeln liegen im Emsland, genauer gesagt in Haselünne. Seit Montag gibt es in Cincinnati einen neuen Gedenktag, den „Haselünne German Day“.

In Begleitung ihrer Schwestern Cathryn Coffelt und Caren Gromade sowie ihres Schwagers Joseph Gromade wurde Marti Kerkhoff Wallace am Montag von Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer im Rathaus empfangen. Dort händigten die drei Schwestern aus Ohio Schräer einen Schlüssel des Rathauses in Cincinnati aus. Caren Gromade überbrachte die Grüße des amerikanischen Amtskollegen von Schräer, John Cranley, und berichtete, dass die Rathaus-Schlüssel von Cincinnati auf zwölf Exemplare limitiert sind. „Nur ausgewählte Persönlichkeiten, die eine besondere Verbindung zu Cincinnati haben, erhalten einen solchen Schlüssel“, erklärte Caren Gromade dem erstaunten Schräer. Dann verlas sie eine Proklamation von Bürgermeister Cranley.

„Somit bestimme ich, John Cranley, kraft meines Amtes als Oberbürgermeister der Stadt Cincinnati, Ohio, dass der 15. September als Haselünne Tag in Cincinnati zu begehen ist“ Den Text trug Caren Gromade in englischer Sprache vor. Die deutsche Übersetzung überreichte sie Schräer in Schriftform. Hintergrund dieses besonderen Gedenktages ist der 150. Jahrestag der Auswanderung der Familie Casper und Lisette Kerkhoff in die USA. Das Haselünner Ehepaar fand gemeinsam mit seinen Kindern eine neue Heimat in Cincinnati und gründete dort eine weitverzweigte Familie.

Vor drei Jahren reiste Marti Kerkhoff-Wallace, die jüngste der Schwestern, zum ersten Mal ins Emsland. „Sie ist unsere Ahnenforscherin“, erklärte Caren Gromade und ergänzte, „sie bringt uns unsere Wurzeln zurück.“ Die Meppener Tagespost berichtete bereits vor drei Jahren ausführlich über die Amerikanerin und war dabei, als sie in Haselünne an der Hasestraße das Haus ihrer Vorfahren besuchte.

Doch war es im 19. Jahrhundert nicht nur Familie Kerkhoff, die aus der Korn- und Hansestadt einen Start in der neuen Welt wagte. Auch Anton Rosche, aus dem Hause der bekannten Edelkorn-Brennerei, unternahm 1864 die Fahrt über den Atlantik. „Er lebte in Cincinnati in der gleichen Straße wie meine Familie“, hat Marti Kerkhoff-Wallace herausgefunden. Weiter berichteten die Schwestern über weitere deutschstämmige Familien und erwähnten dabei Namen, die im Emsland verbreitet sind.

Werner Schräer, der nach eigenen Angaben noch nie in den USA war, erwägt nun bei Gelegenheit eine Reise ins rund 6800 Kilometer entfernte Cincinnati. „Jetzt, wo diese Verbindung da ist, ist das ja fast eine Verpflichtung“, sagte er und wandte sich mit einem Augenzwinkern an seine amerikanischen Gäste, „ich hätte es gut gefunden, wenn ihre Vorfahren hier geblieben wären, dann wären sie heute Bürger von Haselünne.“ Marti Kerkhoff-Wallace versprach: „Wir werden viele Eindrücke mitnehmen.“ Begeistert berichtete sie vom gerade zu Ende gegangenen Korn- und Hansemarkt, den sie zusammen mit ihren Verwandten habe miterleben dürfen. Am vergangenen Sonntag wurde eigens die Heilige Messe in der Pfarrkirche Sankt Vincentius für Familie Kerkhoff zelebriert. Kerkhoff-Wallace bedauerte, dass ihr 89-jähriger Vater aufgrund gesundheitlicher Probleme in den USA bleiben musste. „Er würde sich so sehr wünschen, dass er hier sein könnte“, sagte sie mit Tränen in den Augen. Als Werner Schräer ihr eine handgefertigte Schale aus Porzellan als Geschenk der Korn- und Hansestadt überreichte, versprach sie, diese an ihren Vater weitergeben zu wollen. „Er wird sehr glücklich sein, wenn er etwas aus der Heimat seiner Vorväter besitzt“, versicherte sie.

Der 15. September als „Haselünne German Day“ wird die Verbindung nach Deutschland, ins Emsland und insbesondere zur ältesten Stadt des Emslandes, vertiefen, waren sich die Gäste aus den USA einig. „Wenn wir das nächste Mal wiederkommen, bringen wir weitere Familienmitglieder mit“, versprach Joseph Gromade. Doch jetzt gehe es für ihn, für seine Frau und die beiden Schwägerinnen erst einmal, mit Abstechern in Belgien und Frankreich, zurück in die USA.

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