Rezepte aus Goldenen Zwanzigern „Antonias Kochbuch“ in Haselünne herausgegeben

„Antonias Kochbuch“ stellten Maria Ramler (vorne links) und Paul Mastall (2. von rechts hintere Reihe) gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern des Löninger Heimatvereins und Verwandten der Köchin Antonia Jacobs im Heimatzentrum an der Schutenmühle in Löningen-Huckelrieden vor.„Antonias Kochbuch“ stellten Maria Ramler (vorne links) und Paul Mastall (2. von rechts hintere Reihe) gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern des Löninger Heimatvereins und Verwandten der Köchin Antonia Jacobs im Heimatzentrum an der Schutenmühle in Löningen-Huckelrieden vor.

Haselünne. Zunge mit Makkaroni, Schaumsuppe mit Weißwein, Sardellenschnittchen, Kaninchensuppe, Dauphine Feiner Gesellschaftsauflauf: Leckere Speisen aus den Goldenen 20er Jahren finden sich in „Antonias Kochbuch“, das von Löninger Heimatfreunden neu entdeckt und vom Haselünner Machandel-Verlag herausgegeben wurde.

Antonia Jacobs, die 1905 in Bunnen geboren wurde und 90-jährig in Quakenbrück starb, muss eine gute und gefragte Köchin gewesen sein, denn sie kochte viele Jahre in gehobenen deutschen und ausländischen Haushalten, darunter in mehreren Herrenhäusern. Während des Zweiten Weltkriegs war sie als Lazarettschwester in Frankreich und Schweden im Einsatz. Den Rest ihres Berufslebens als Köchin verbrachte sie in einem Kloster in Frankfurt am Main.

Von 1923 bis 1927 schrieb die junge Köchin ihre besten Rezepte auf. Das säuberlich in Sütterlin geschriebene Kochbuch erbte ihr Neffe, der Löninger Heimatfreund Heino Diekgers, der den kleinen Küchenschatz vor dem Vergessen bewahren wollte.

Paul Mastall, Vorsitzender des Heimatvereins Löningen , erkannte die Bedeutung der Rezeptsammlung und regte an, das Buch zunächst einmal in die moderne (lateinische) Schreibweise zu übertragen. Dies konnte Maria Ramler aus Helmighausen, ebenfalls Mitglied im Löninger Heimatverein und Altenpflegerin im Alten- und Pflegeheim St. Ursula in Haselünne. Dort fand sie unter den Bewohnern begeisterte Mithelfer bei der Übersetzung der Rezeptesammlung. „Unterstützt wurde unser Team dabei von Heimleiterin Sabine Ahaus“, erzählt Ramler. „Nach vielen Wochen, die wir in die Übersetzung gesteckt hatten, konnten wir unsere Arbeit dann im vergangenen Jahr beenden.“

Nach der langen, intensiven und erfolgreichen Transkription mit drei Heimbewohnern verdichtete sich die Idee, das Kochbuch drucken zu lassen. Die Haselünner Verlegerin Charlotte Erpenbeck fand Gefallen an „Antonias Kochbuch“ und war bereit, finanzielle Risiko zu übernehmen. 76 Seiten umfasst nun „Antonias Kochbuch“, das nicht nur einfache Rezepte für Suppen, Fisch- und Fleischgerichte enthält. Es finden sich in ihm auch für die damalige Zeit so ungewöhnliche Zutaten wie Parmesankäse, Muscheln und Zitronenscheiben. Auf der Webseite des Machandel-Verlags wird das Kochbuch eine eigene Seite erhalten.

Verkauft wird „Antonias Kochbuch“ auf dem Korn- und Hansemarkt in Haselünne vom 12. bis 14. September und am Denkmalstag an der Schutenmühle in Huckelrieden am 14. September. Danach kann das Buch über den Heimatverein Löningen bezogen werden.