Schule mit Würfel und Schnaps 50000. Wacholder-Abiturientin in Haselünne geehrt

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Haselünne. Alles, was man in der Schule nicht darf, ist bei diesem Abitur erlaubt: Gruppenarbeit, Glücksspiel und Wacholderschnaps gehören beim Haselünner Wacholdergymnasium zum Pflichtprogramm. Die 50000. Absolventin Regina Osterbrink ist nun von der Stadt geehrt worden.

In dem Fachwerkhaus am Rande des Wacholderhains drückt der Kegelclub „Flotte Pumpe“ freiwillig noch mal die Schulbank. Die Gruppe lauscht dem Vortrag über den Wacholderhain in Haselünne, hört von Entstehung und Renaturierungsbestrebungen, muss sich beim Fischangeln mit Bambusstab und Magnet oder auf der Wippe im Balancieren bewähren und typische Pflanzen und Vögel des Wacholderhains benennen können.

Beim Glückswurf mit einem großen Styropor-Würfel, von dem man nie weiß, wann er stehen bleibt, können sie ihre Punktzahl nochmals erhöhen, bevor der letzte Pflichtteil ansteht: Einen Wacholderschnaps auf dem rechten Bein stehend trinken, einen zweiten auf dem linken Bein. Das dritte Gläschen gehört bereits zur Kür. Prüfungsdauer: 90 Minuten.

Alle Kegler aus Sehnde bei Hannover haben das Abitur erfolgreich abgeschlossen, doch für eine von ihnen gibt es noch einen Ehrenpreis: Regina Osterbrink ist die 50000. Wacholder-Abiturientin. Von der stellvertretenden Bürgermeisterin Anne-Rose Lübken erhält sie im Namen der Stadt herzliche Glückwünsche und einen Präsentkorb. Auch der 49999. Abiturient Andreas Pohl und die 50001. Abiturientin Ingrid Zieger erhalten zur Feier des Tages kleine Geschenke. Osterbrink erzählt scherzend von der „Prüfung“: „Es war unglaublich schwer, wir mussten unsere grauen Zellen fürchterlich anstrengen“, und fügt dann im Ernst hinzu: „Nein, es war sehr informativ, zu erfahren, wie der Wacholderhain entstanden ist.“

Das Wacholderabitur geht auf die Idee einiger Haselünner Ratsmitglieder zurück, die sich vor 24 Jahren aus Spaß diesen Aufgaben stellten, da sie so wenig über den Wacholderhain wussten. Kurzum wurde daraus eine touristische Attraktion. Das Fachwerkhaus, das Wacholdergymnasium, wurde dafür eigens gebaut und mit typischen Dorfschulmöbeln ausgestattet und die Prüfung ausgefeilt. Spaß und Information über das Naturschutzgebiet sollten so vereint werden. Die Dozenten des Gymnasiums sind ehrenamtlich tätig.


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