Bürgerschaftliches Engagement Preis für „Korn- und Hansemarkt“ Haselünne

Von Georg Hiemann


Haselünne. Großer Beifall in der Haselünner Stadthalle von 550 Bürgern. Gewinner des Ehrenamtspreises der Stadt ist der Verein „Historischer Korn- und Hansemarkt Haselünne“. Bürgermeister Werner Schräer und der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages Heiger Scholz sowie die Fraktionsvorsitzenden Berthold Markus und Rolf Hopster übergaben die hoge Auszeichnung.

Der Ehrenamtspreis ist eine von Nicola Dormagen gestaltete Skulptur. „Ein geöffnetes Hasetor als Sinnbild der Begegnung. Begegnung mit anderen Menschen, Begegnung zum Austausch, Begegnung zur ehrenamtlichen gemeinsamen Arbeit“, erklärte Bürgermeister Werner Schräer, als er die Laudatio auf den Preisträger eröffnete. In kurzer Zeit habe der Preisträger es verstanden, mit einem breiten Netzwerk an Ehrenamtlichkeit alle zwei Jahre Tausende Menschen in den Bann zu ziehen.

Vor fast 30 Jahren haben einige Bürger, vor allem der inzwischen verstorbene Friedrich Berentzen, für die Korn- und Hansestadt Haselünne ein Marktgeschehen aufgebaut, „wo Nostalgie, Kultur, Handwerk, Gesang, Kunst und Theater einen Platz haben, wo sich vom Kleinkind bis zu den Senioren jeder wiederfinden kann und auf eine Reise mitgenommen wird“. Hier werde besonders deutlich, wie aus einer Idee und dem Zusammenwirken vieler mit bürgerschaftlichem Engagement ein Angebot entstehen könne, das heute ein fester Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt darstelle und weit in die Region hinausstrahle.

An den Vorsitzenden Jan-Bernd Berentzen, die Geschäftsführerin Elisabeth Vocke, die Vorstandsmitglieder sowie die Ehrenamtlichen hinter den Kulissen gerichtet, betonte Schräer: „Sie haben seit der Gründung im Jahr 1984 mit viel Elan, Herzblut, Klinkenputzen und persönlicher Arbeit den Verein mit Leben erfüllt.“ Alle zwei Jahre werde Haselünne für einige Tage ins Mittelalter verwandelt. Tausende Besucher würde es in die alte Hansestadt ziehen. Jedes Mal beteiligten sich mehr, auch gerade die junge Bevölkerung, und der Eröffnungszug werde immer bunter.

„Für immer mehr Menschen wird es selbstverständlich, in mittelalterlichen Gewändern das Bild des Marktes zu bereichern.“ Besonders erfreulich sei, dass immer mehr Gäste und Marktbeschicker aus den Nachbarländern sowie aus den Partnerstädten Elburg und St. Flour seit vielen Jahren feste Größen im Marktgeschehen sind. Der Erfolg dieser Arbeit wurde von der Stiftung „Lebendige Stadt“ im Jahr 2013 besonders gewürdigt und der Markt „als einer der schönsten Stadtfeste Europas“ anerkannt.

Der Shantychor Haselünne untermalte den Festakt musikalisch. Traditionsgemäß stellten sich drei Vereine der Stadt vor. In diesem Jahr war es die Theatergruppe Klosterholte, die mit einem plattdeutschen Sketch die Zuhörer begeisterte.

Der evangelische Kirchenchor der Dreifaltigkeitsgemeinde Haselünne, der seit 31 Jahren besteht und heute 31 Mitglieder hat, bot sein Können dar. Als dritter Verein stellte sich der „Korn- und Hansemarkt Haselünne vor“, der historisches Treiben mithilfe des TPZ Lingen auf die Bühne der Stadthalle brachte. Im Jahr des 17. Marktes wird es in 2014 um das Thema „Ackerbürgertum und Bauern in den Mauern unserer Stadt“ geben, wie Jan-Bernd Berentzen und Geschäftsführerin Elisabeth Vocke bekannt gaben. „Unser Ziel ist, dass der Haselünner Markt ein großes, fröhliches Volksfest in historischem Gewand bleibt, das immer mehr Besucher in die Stadt lockt und begeistert“, so Berentzen. Damit erinnerte er an den Gründer Friedrich Berentzen, der am 8. Mai 1984 auf der Gründungsversammlung postulierte, „der Verein Korn- und Hansemarkt soll zum Wohl unserer Stadt beitragen“. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand in der Stadthalle, dass gerade dieser Verein Preisträger sein wird. Jetzt freuen sich alle auf den Markt 2014.

Das Thema „Stadtluft macht frei“ und kommunale Selbstverwaltung griff Heiger Scholz, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, auf und zeigte mit viel Humor, wie ein eigentlich „trockenes Thema“ lebendig vorgetragen werden kann.

Kommunale Selbstverwaltung bedeute nichts anderes als: „Wir wollen das Leben gemeinsam gestalten“. Und dies werde in Haselünne hervorragend praktiziert. Die Haltung des Städtetages gegenüber dem Land Niedersachsen sei eigentlich ganz einfach: „Gebt uns Geld und lasst uns in Ruhe vor Ort arbeiten.“ Die Chance, sich selbst zu entwickeln, werde in Haselünne seit über 750 Jahren genutzt. „Haselünne ist eine lebendige Stadt mit lebendigen Orten, das Ehrenamt ist hier aktiver Gemeinsinn.“