zuletzt aktualisiert vor

Biologen bitten um Mithilfe Auf der Suche nach dem Emslandbiber


tb Haselünne. Der Bestand des Bibers hat sich 21 Jahre nach seiner Wiederansiedelung im Emsland prächtig entwickelt. Das haben die Biologen Brigitte Klenner-Fringes und Stefan Ramme anlässlich der Sitzung der Fachgruppe Säugetierkunde Weser-Ems der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. in Haselünne-Lahre mitgeteilt. Weil es inzwischen sehr viele Reviere gibt, bitten die beiden die Bevölkerung um Mithilfe.

Acht Biber waren 1990 an der Hase bei Haselünne-Lehrte ausgesetzt worden und haben seitdem Revier um Revier erobert. Mittlerweile besiedeln sie 43 Gebiete an Hase, Ems und den Radden. Sie finden sich aber auch in kleineren Bächen oder Nebengewässern. „Wir gehen von mindestens 151 Bibern im Emsland aus“, sagte Brigitte Klenner-Fringes bei der BSH-Sitzung. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ramme hatte sie seit 2009 einen großen Teil des potenziellen Bibergebietes untersucht und die Vorkommen kartiert. Die beiden gehen davon aus, dass die Tiere zunehmend auf weiter entfernte Gewässer ausweichen werden, weil die Reviere an den großen Flüssen besetzt sind.

Das Problem: Das Emsland ist zu groß, um überall nachschauen zu können. Deshalb haben die Biologen unter www.emslandbiber.de eine Internetpräsenz zum größten Nager Europas eingerichtet und dort neben allgemeinen Informationen zur Art und ihrer Wiederansiedelung auch eine interaktive Verbreitungskarte eingestellt. „Dort kann jedermann nachsehen, ob uns ein vielleicht gerade entdecktes Bibervorkommen schon bekannt ist“, sagte Stefan Ramme. Sei das nicht der Fall, bitte man darum, ein einfaches Meldeformular auszufüllen. „Wir prüfen dann die Orte und tragen neue Reviere in die Karte ein.“ Die Informationen seien wichtig für die Forscher, weil seit der Auswilderung der ersten acht Biber die Populationsentwicklung untersucht werde.

Beide Biologen haben auch die wenigen bisherigen Konfliktfälle zwischen Biber und Mensch untersucht, etwa wenn ein Tier einen Entwässerungsgraben angestaut habe, was zur zeitweisen Überschwemmung einer kleinen Ackerfläche geführt habe. Ludger Pott, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, betonte, bisher habe man die Konflikte lösen können. Wichtig für die bisher hervorragende Akzeptanz des Bibers im Emsland sei, dass man berechtigte Interessen von Grundstückseigentümern gewahrt habe. Dies werde auch in Zukunft so sein.

Die BSH hat auch ihr im vergangenen Jahr angekündigtes Projekt zur Wiederansiedelung des Haselstrauches gestartet. Ziel ist es vor allem, den von der Haselnuss abhängigen Säugetieren wie der Haselmaus eine Wiederausbreitung nach Westniedersachsen zu ermöglichen. Der BSH sind inzwischen rund 15 Hektar Land in Ostfriesland und bei Osnabrück zur Verfügung gestellt worden, auf denen in den kommenden Wochen Haselsträucher gepflanzt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN