Musik und Geschichten Plattdeutscher Abend in Haselünne: „Up Platt latt siek manches beeter seggen“

Die Küche vom Haus Büter war beim Plattdeutschen Abend des Haselünner Heimatverein voll besetzt. Mit der Gitarre musizierte Elisabeth Berens. Foto: Martin ReinholzDie Küche vom Haus Büter war beim Plattdeutschen Abend des Haselünner Heimatverein voll besetzt. Mit der Gitarre musizierte Elisabeth Berens. Foto: Martin Reinholz

Haselünne. „Dat was een Pläsier“, sagten viele der Besucher des Plattdeutschen Abends, den der Heimatverein Haselünne im Haus Büter veranstaltete. Elisabeth Berens, Hermann Lammers und Klaus Schütte führten durch einen abwechslungsreichen Abend mit plattdeutschen Liedern, Döntkes und Geschichten.

Die Küche des Hauses Büter war bis auf den letzten Platz besetzt. Immer wieder mussten noch Stühle nachgeholt werden, bis alle Besucher einen Platz gefunden hatten. Den überwiegenden musikalischen Part des Abends übernahmen die Klampfenwichter aus Meppen. Das sind fünf Frauen, die ihre plattdeutschen Lieder selbst mit der Gitarre begleiten.

„De Klampfenwichter“ aus Meppen. Foto: Martin Reinholz

Die Ems und das Emsland selber waren ein bestimmendes Thema der unterschiedlichen Liedbeiträge der Klampfenwichter. Dazu gab es aber auch Titel wie „Platt proten is in“, „Sing maol wer un lach maol weer“ sowie „Danz up de Deel“, was die Besucher immer wieder zum Mitsingen und Mitschunkeln animierte.

Den Text zum Mitsingen hielten Hermann Lammers und Klaus Schütte (rechts) hoch. Foto: Martin Reinholz

Zwischendurch gaben Hermann Lammers und Klaus Schütte lustige Döntkes und kleine Geschichten zum Besten – natürlich alles auf Plattdeutsch. Ob „Brotlose Kunst“, „Gellt dat blos vör Kinner?“, „De Ring“ oder die Erlebnisse vom „Rotwienaobend“ – alle Geschichten kamen bei den Besuchern an.

Johanna Bruns aus Lähden gab die plattdeutsche Geschichte „Kolibri off Kröte“ zum Besten. Mit der Geschichte hatte die 15-jährige Gymnasiastin den Plattdeutschen Lesewettbewerb gewonnen.

Johanna Bruns. Foto: Martin Reinholz

Nachdem Elisabeth Berens mit der Gitarre das Lied „Dat du mien Leevsten büst“ begleitet hatte, bei dem alle kräftig mitsangen, zeigte Hermann Lammers seinen bekannten Vortrag „Keerse utpusten“. Dabei ging es darum, dass eine Familie abends bei dem Licht einer Kerze am Küchentisch sitzt. Nachdem alle ins Bett gegangen sind, gelingt es dem letzten Familienmitglied nicht, die Kerze auszupusten. Alle anderen werden wieder geweckt, können aber auch nicht die Kerze auspusten, bis der Knecht Jan einfach seinen Zeigefinger und Daumen anfeuchtet und die Kerze ausdrückt. Wer den Vortrag von Hermann Lammers einmal gesehen hat, wird schon allein in Erinnerung daran über die Grimassen Hermann Lammer`s schmunzeln.

Klaus Schütte. Foto: Martin Reinholz

Im Namen des Initiativkreises dankte Margret Berentzen den Akteuren des Heimatvereins für ihren Einsatz. „Up Platt latt siek manches beeter seggen“, meinte Berentzen und freute sich mit den Besuchern über einen „besonders tollen Abend“.

Hermann Lammers bei seinem bekannten Vortrag „Keerse utpusten“. Foto: Martin Reinholz


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