Heckspoiler aus Schnee Aschendorfer im Winter 1979 mit dem Auto unterwegs

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Der VW Passat von Horst Birnbaum 1979 im Schnee. Foto: BirnbaumDer VW Passat von Horst Birnbaum 1979 im Schnee. Foto: Birnbaum

Papenburg/Haselünne. Horst Birnbaum aus Aschendorf hat beim Wintereinbruch zu Jahresbeginn 1979 viel erlebt:

„Der Jahresbeginn vor 40 Jahren ist mir noch in guter Erinnerung – oder in schlechter, wie man will… Am 5. Januar 1979 musste ich einen dreimonatigen Lehrgang am damaligen Studieninstitut der Allgemeinen Verwaltung des Landes Niedersachsen in Bad Münder antreten. Wegen der angespannten Verkehrslage fuhr ich mit der Bahn. Das klappte noch recht gut.

Am darauffolgenden Wochenende hatten wir uns hingegen zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen; es wurde ja nicht jede Heimfahrt erstattet. Mit dem Schnee auf den weitgehend geräumten Autobahnen und Hauptstraßen würde ich schon klarkommen — Allerdings setzte am Sonntag Eisregen ein, das war dann schon eine andere Hausnummer! Gut ausgerüstet mit Stiefeln, dicker Winterkleidung und einer Thermosflasche Tee machte ich mich mit meinem Passat und maximal 50 ‚Sachen‘ auf den Weg von Aschendorf nach Haselünne, um dort die wartenden Kollegen abzuholen. Von da ging es mit äußerst vorsichtiger Fahrweise weiter in Richtung Bad Münder (Deister); meistens auf festgefahrener Schneedecke. Der anhaltende Eisregen machte die Angelegenheit nicht besser.

Da ich wusste, dass meine Frau mit unserem fünfjährigen Sohn mit Angst und Schrecken zuhause saß, hielt ich in Bad Oeynhausen an der ersten Telefonzelle an (Mobiltelefone waren 1979 noch Science-Fiction) und berichtete, dass wir die halbe Strecke wohlbehalten geschafft hätten.

Dann ging es endlich auf die Autobahn! Auch hier Glatteis, welches insbesondere an den Steigungen des Weserberglandes äußerste Konzentration erforderte! Nach endlos erscheinender Fahrt – sie wird mehr als doppelt so lange wie üblich gedauert haben - erreichten wir dann doch unser Ziel und konnten unsere Familien telefonisch beruhigen.

Am anderen Morgen habe ich ein Foto von meinem eingeschneiten Auto gemacht: Der Schnee hatte ihm einen neuen Heckspoiler verpasst. Die Teleskopantenne des Autoradios besaß einen daumendicken Eispanzer und vom VW-Emblem am Kühler konnte ich ein „Backförmchen“ aus Eis abnehmen.

Das Flachdach des Studieninstituts war den Schneemassen nicht gewachsen; überall im Gebäude standen Eimer, die das durchsickernde Tauwasser auffangen mussten.

Bis Ende März war in Bad Münder immer noch Schnee zu sehen.“


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