Erinnerungen einer Leserin Winter 1979: Als Haselünne unter den Schneemassen versank

Meine Nachrichten

Um das Thema Haselünne Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Eiszapfen erreichten im Januar und Februar 1979 in Haselünne eine enorme Länge, erinnert sich unsere Leserin Christa Pohl. Foto: PohlDie Eiszapfen erreichten im Januar und Februar 1979 in Haselünne eine enorme Länge, erinnert sich unsere Leserin Christa Pohl. Foto: Pohl

Haselünne Leserin Margret Menke aus Haselünne verbindet mit der Schneekatastrophe Anfang 1979 besondere Erinnerungen:

„Die schneebedeckte weiße Umwelt hat in meinem Herzen einen besonderen Platz, weil viele Ereignisse diese seltene Winterzeit begleiten. Mein Ehemann hatte im Januar seinen fünfzigsten Geburtstag. Der Winter 1929 war wohl als kältester seit langer Zeit bekannt. Ältere Menschen kannten also so viel an Eis und Schnee, wie wir es vor jetzt 40 Jahren erleben durften. Unsere Geburtstagsfeier hat stattgefunden. Entfernt wohnende Gäste sagten ihren Besuch ab und andere sind bis zu zehn Kilometer durch den Schnee gewandert. Die Straßen waren unbefahrbar und wir mussten nach der Feierstunde Notbetten schaffen, die unsere gute Stimmung um Stunden verlängerten.

Die Schneedecke wurde bis in den Februar immer dicker und die Minusgrade stiegen mit jedem Tag an und immer wurden die Vergleiche mit dem Jahr 1929 gemacht. In der Zeit wurde mein Mann geboren. Sein erstes Bettchen hat wohl Tag und Nacht neben dem Küchenherd gestanden. Es war wohl der einzige warme Platz im Haus. Ja, nach 50 Jahren hatte sich viel geändert. Wir hatten in jedem Raum eine Heizung und viele andere Möglichkeiten uns vor der Kälte zu schützen.

Der Winter 1979 hat sich dennoch von einer seltenen Seite gezeigt. Im Emsland gab es eine dicke Schneedecke. Die Hauptstraßen und Wege wurden mit großen Schneeschiebern und Panzern der Bundeswehr frei geschoben. An den Rändern der Fahrwege gab es dann hohe weiße Wälle und dazu spiegelglatte Straßen. Viele kleine Ortschaften und einzelne Höfe waren nicht erreichbar. In unserem Dorf gab es eine Bäuerin, die im Februar ihren 104. Geburtstag feierte. Dieses hohe Alter war vor 40 Jahren noch sehr selten. Sie war wohl die Älteste im Emsland und so kamen viele Prominente als Gratulanten. Für diesen hohen Besuch musste ein Schneepflug den Weg frei machen.

Viele Dorfkinder konnten die Schule nicht besuchen, da kein Bus und auch kein Pkw die Wege befahren konnten. Die Kinder haben Riesenschneemänner und Iglus gebaut. Die Nothelfer, die Arzte und Rettungsdienste hatten große Probleme. Viele Autos haben sich festgefahren. Die Bauern in der Nähe waren mit ihren Treckern die ersten Helfer in der Not. Ja, so viele unvergessliche Erinnerungen gibt es an den Winter 1979. So eine lange Eis- und Schneezeit gab es in den letzten Jahren dann auch noch nicht wieder.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN