„Die Elemente des Todes“ Profiler Axel Petermann stellt sein neues Buch vor

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Auch dieses dürfte ein Bestseller werden: Axel Petermann präsentierte in Haselünne sein neues Buch. Foto: Reinhard FanslauAuch dieses dürfte ein Bestseller werden: Axel Petermann präsentierte in Haselünne sein neues Buch. Foto: Reinhard Fanslau

Haselünne. Mit mehr als 1000 Mordfällen hatte Axel Petermann in seinem langen Berufsleben zu tun. Von einer kleinen Auswahl davon berichtete der ehemalige Profiler, Fallanalytiker, Mordkommissionsleiter und Bestsellerautor vor gut 70 Zuhörern im Vortragssaal des EWE-Servicecenters in Haselünne. Im Mittelpunkt standen Auszüge aus seinem neuen Buch „Die Elemente des Todes“.

Drei Werke des 66-jährigen Bremers standen bereits weit oben in der Spiegel-Bestsellerliste. Mit seinem neuen Buch geht Petermann erstmals in der Kategorie „Belletristik“ an den Start. Alle Fälle beruhen auf Tatsachen, aber sie sind erstmalig in Romanform geschrieben. Geholfen hat ihm bei seinem literarischen Debüt der Autor Peter Cornelius Fischer. „Alle Namen, Orte und Zitate im Buch sind zwar verändert, aber das Grauen der Morde ist geblieben“, sagt Petermann und ergänzt: „True Crime Thriller“ heißt das im Fachjargon. Daher ist auch „Die Elemente des Todes“ genauso authentisch und spannend wie die vorherigen Werke.

Da wäre zum Beispiel der Fall des rechtsgerichteten Daniel Becker. Dieser ermordet einen 19-jährigen pakistanischen Asylbewerber und versenkt dessen Leiche in einem See, nur weil dieser auf einer Feier zwei Tänze mit Beckers Ex-Freundin gemacht hat. „Ich habe ihn erlöst“, sagt der Täter und zeigt damit die völlige Distanzlosigkeit zu seinem Opfer. Das Opfer wird zu einer Sache abgewertet, ein Muster vieler Tötungsdelikte. Oft aber auch, so Petermann, bereuen die Täter sofort nach der Tat ihr Handeln. Gefaltete Hände des Toten und ein Kreuz neben der Leiche sind sichere Indizien dafür.

Überraschend

Der Vortrag des langjährigen Mordkommissionsleiters fesselte auch durch die vielen überraschenden Weisheiten, die er von sich gab, wie zum Beispiel: „Das Böse liegt in der Tat. Wer eine böse Tat begeht, muss lange noch nicht vom Charakter her durch und durch böse sein.“ Egal, ob böse oder nicht – Mörder müssen überführt werden. „Eine Indizienkette besteht aus Sachbeobachtungen und Zeugenaussagen. Diese Kette muss am Ende so lückenlos und unangreifbar sein, dass sie vor Gericht standhält und dass ich selber überzeugt bin: Ja, das ist der Täter“, sagt Petermann zu seiner Vorgehensweise.

Eine Fallanalyse könne deswegen auch schon mal ein halbes oder ganzes Jahr dauern. „Das ist der Unterschied zu Fernsehkrimis. Dort lösen sie den Fall innerhalb von 60 oder 90 Minuten“, stellt der Kriminalist fest. Komisch sei für ihn auch, dass die Ermittler im Fernsehen immer frisch aussehen, auch wenn sie mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt werden. „Das war bei uns damals völlig anders“, erinnert er sich. Dennoch hadert Petermann nicht mit aus seiner Sicht völlig unrealistischen TV-Krimis wie zum Beispiel „ Tatort “: „Das ist Unterhaltung, und die hat ihre Berechtigung. Ein Tatort soll eben kein Nachhilfeunterricht oder Lehrfilm für Polizeischüler sein“.

„Tatort unrealistisch“

Nach seinem zweistündigen Vortrag musste Petermann viele Bücher signieren und Autogrammwünsche erfüllen. Gut informiert über Morde und menschliche Abgründe und die Elemente des Todes machten sich seine Zuhörer im Dunkeln auf den Nachhauseweg. Ob sie dabei ein mulmiges oder gar ängstliches Gefühl hatten, ist nicht bekannt, aber keinesfalls auszuschließen.


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