Jeden Tag 15 Stunden Arbeit Haselünner Oberschüler lernen Leben auf dem Hof kennen

Von Heiner Harnack

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Haselünne. 60 Kinder der Bödiker Oberschule Haselünne haben sich gemeldet, als der Hof Honigfort die Gelegenheit bot, den Alltag einer Landwirtsfamilie kennenzulernen.

Auf dem Mehrgenerationenhof leben neben Chef Andreas Honigfort, dessen Eltern und seine Lebensgefährtin Liane Büttner, die zusammen mit ihrer zehnjährigen Tochter Anna vor einem Jahr aus der Nähe von Köln nach Haselünne gezogen war. „Wir beschäftigen auf dem Hof einen festen Mitarbeiter und einen Auszubildenden“, erklärte Büttner vor dem großen Rundgang. Da eine Freundin einen landwirtschaftlichen Betrieb führe, habe sie auch die Liebe zur Landwirtschaft entdeckt. Ganz so groß sei der Unterschied aber nicht gewesen, da sie schon in der Nähe der Domstadt Hunde, Katzen und Schafe im Garten gehalten hätte.

Wahnsinnig anstrengende Arbeit

„Die Arbeit mit Kühen muss man lieben, da es eine wahnsinnig anstrengende Arbeit ist“, zeigte sie auf, dass das Leben von Landwirten wahrlich kein Honigschlecken darstelle. Landwirt Andreas kenne sich wie kaum ein anderer mit Zucht- oder genomischen Werten aus, fügte sie an, dass die Tiere nicht einfach besamt würden, damit diese hinterher Milch geben würden.

Mastschweine

Neben Kühen und Kälbern leben noch Mastschweine auf dem Hof. Alle zwei Tage schicke die Molkerei einen Lkw, um die gewonnene Milch, die in die Niederlande ginge, vom Hof abzuholen, erklärte Andreas Honigfort. Liane Büttner beklagte, dass der Milchpreis einfach nicht der Leistung entspräche, die Bauern in dieses Lebensmittel investierten. Werde der Preis im Supermarkt teurer, käme das aber nicht den Landwirten zugute. Zudem gebe es mittlerweile so viele Auflagen, dass es immer schwerer werde, einen Hof zu führen.“Uns werden immer mehr Steine in den Weg gelegt“, monierten beide das Verhalten von Politik und Verwaltung. „Die Landwirte sind 365 Tage rund um die Uhr im Einsatz, was dazu führen müsse, dass einfach mehr beim Bauern ankommt“, zeigte Büttner auf, wie schwierig es sei, einen Hof am Leben zu halten.

Melkroboter

Dass Kindernasen durchaus sehr empfindlich sind, zeigte sich, als es zu den Schweinen ging. Der Geruch hielt sich aber durchaus in Grenzen. Bei den Kühen erzählte sie den Kindern, dass man den Tieren nicht einfach sagen könne, dass diese heute selbst nach Futter Ausschau halten müssten, weil man einmal einen freien Tag habe. Vor vier Jahren habe man einen neuen Stall bauen lassen, in dem Melkroboter installiert seien. Ab und zu sei auch ein Tier dabei, dass mit einer solchen Maschine nicht klarkomme. Dann würde die Kuh an einen anderen Hof abgegeben.

Weiter konnten sich die Kinder über die Ernährung der Tiere erkundigen. Beim Besuch wurde deutlich, dass der Hof Honigfort den Mais selbst anbaut, um daraus das Futter für die Kühe zu gewinnen. In großen Silos werde das Futter gesammelt, das mit einem bestimmten Mittel versehen werde, damit kein Schimmel entstehe, erklärte Liane Büttner der Kinderschar. Normalerweise schaffe man es ein Jahr, die Tiere zu füttern. „Dann kommt die nächste Ernte“, berichtete Büttner auf, dass auf dem Hof Honigfort jede Menge Arbeit vorhanden ist.


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