Harfe und Oboe im Zwiegespräch Duo Harbois virtuos in Haselünner Klosterkirche

Von Gerd Mecklenborg

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Sie erzeugten mit ihren Instrumenten fantastische Klangbilder: Sandra Schumacher (Oboe) und Johanna Welsch (Harfe) . Foto: Gerd MecklenborgSie erzeugten mit ihren Instrumenten fantastische Klangbilder: Sandra Schumacher (Oboe) und Johanna Welsch (Harfe) . Foto: Gerd Mecklenborg

Haselünne. Die Harfenistin Johanna Welsch und Sandra Schumacher mit ihrer Oboe haben im Rahmen der Haselünner Klosterkirchenkonzerte ein beeindruckendes, klangreiches und teilweise aufwühlendes Konzert gegeben.

Das musste ein reizvolles Hörerlebnis werden, wenn zwei derart Emotionen erzeugende Instrumente, wie die romantisch hallende Harfe und die singend klagende Oboe, ein instrumentales Paar bilden. Und so war es kein Wunder, dass nach den letzten Tönen der Zugabe in der voll besetzen Klosterkirche das Auditorium die beiden Musikerinnen mit minutenlangen Applaus verabschiedete.

Ursprünglich 2005 aus dem Förderprojekt „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ hervorgegangen, hat sich das Duo Harbois in dieser Besetzung einen Rang ganz oben in der Liga der Instrumentenvirtuosen erspielt. Harfe und Oboe sind in ihrer Kombination außergewöhnlich und verzauberten in Haselünne die Konzertbesucher auf eine ganz eigene, selten zu hörende Weise. Und das, weil die beiden Musikerinnen die Eigenschaften dieser klangvollen Instrumente, die Oboe mit ihrem biegsamen, schmeichelnden Ton und die Harfe mit ihrem weichen, mystisch perlenden Klang, in Perfektion vereinen.

Perfekt vereint

Mit der Sonate in g-Moll, die Johann Sebastian Bach zugeschrieben wird, aber wahrscheinlich aus der Feder von Bachs zweitältestem Sohn Carl Philipp Emanuel stammt, eröffnete das Duo Harbois das Haselünner Konzert. Wunderschön und melodiös dabei das Adagio im zweiten Satz, das dank der Musikerinnen klang, als sei es nicht für Cembalo und Flöte, sondern schon ursprünglich für Harfe und Oboe geschrieben worden. Welch enorme Tonfülle die Oboe erzeugen kann, demonstrierte danach Sandra Schumacher mit drei Metamorphosen nach Ovid für Solo Oboe.

Fast bildlich wahrnehmbar war die Trauer der Niobe, die den Tod ihrer Kinder beklagt oder wie Bacchus sich an „Wein und Weib“ erfreut. Aufwühlend dann die „Rufe“ des koreanischen Komponisten Isang Yung. Zeitgenössische Musikstrukturen in Verbindung mit fernöstlichen Effekten, die die Musikerinnen ihren Instrumenten entlockten. Ein äußerst anspruchsvoller Vortrag, der das Leiden des Komponisten in ungewohnten Tönen und Noten widerspiegelte. Dabei war die Oboe, oft mit Doppeltriller, die treibende Stimme, die verzweifelte Rufe vernehmen ließ. Die Harfe begleite die „Rufe“ dann perkussiv und mit koreanischen Gleiteffekten.

Meisterlich inszeniert

Nach der Pause wurde es dann wieder harmonisch stimmiger und lebendiger bei „Les Folie d´Espagne“ von Marin Marais, und das in guter alter Barockmanier. In der Sonate für Harfe solo, von Paul Hindemith, bot Johanna Welsch ihre ganze Virtuosität dar, ließ ihr Instrument wie ein Xylophon oder einen Konzertflügel klingen, ließ es scharf schreien, trommelte darauf und spielte „nahe am Tisch“. Und die beiden Frauen mögen den Tango, der stand so im Mittelpunkt bei „Histoire du Tango“, von Astor Piazzolla, der letzten Darbietung des Konzertabends in Haselünne. So kamen die Konzertbesucher in den Genuss -meisterlich inszeniert mit Harfe und Oboe- die Entwicklung des Tangos durch drei Generationen nachvollziehen zu können.


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