Ergiebiger Regen fehlt Rekord-Niedrigwasser an der Hase

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Der ausbleibende Regen hat zu einem Rekord-Tiefstand an der Hase geführt, hier in Haselünne. Foto: Harry de WinterDer ausbleibende Regen hat zu einem Rekord-Tiefstand an der Hase geführt, hier in Haselünne. Foto: Harry de Winter

Haselünne. Der noch immer ausbleibende ergiebige Regen hat zu einem Rekord-Tiefstand an der Hase geführt: An einer Stelle wurde nun der niedrigste Abfluss seit Inbetriebnahme des Pegels 1973 erfasst.

Mildere Temperaturen und Regenfälle sollen in den kommenden Tagen eine Erholung vom viel zu trockenen Sommer 2018 erlauben – die Lage an Niedersachsens Gewässern wird sich nach aktuellen Prognosen dagegen kaum verbessern. Sie bleibt angespannt, teilt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit.

Bemerkenswert sei vor allem die Dauer der Trockenheitsphase und die extrem niedrigen Niederschlagsmengen der vergangenen Monate, die zu neuen Rekord-Niedrigwasserständen an zahlreichen Pegeln im Land geführt haben. Auch im Emsland werden derzeit Rekord-Niedrigwasserstände und sehr geringe Abflussmengen verzeichnet. So wurde an einem Zufluss der Hase mit 83 Litern pro Sekunde kürzlich der niedrigste Abfluss seit 1973 erfasst.

„Aufgrund der hohen Wassertemperaturen und niedriger Sauerstoffwerte hat hier bereits Anfang August ein Fischsterben stattgefunden“, erklärt Dorothea Altenhofen von der NLWKN-Betriebsstelle Meppen. In der alten Dinkel im Bereich der Ortschaft Lage fließe bereits seit Wochen gar kein Wasser mehr. „Die Fische sammeln sich hier in den verbliebenen Wasserpfützen“, sagte Altenhofen weiter. Seit 1973 gab es eine solche Situation bisher nur fünf Mal.

Sehr seltene Situation

Im gesamten Einzugsgebiet der Hase von Melle bis nach Meppen stelle sich die Niedrigwassersituation nicht nur in der Hase selbst, sondern auch in fast allen Nebengewässern sehr kritisch dar. Einzelne Zulaufgewässer seien bereits in Teilen trockengefallen, so dass für die gesamte Ökologie erhebliche Schäden befürchtet werden. „Zu einem vermehrten Fischsterben ist es allerdings noch nicht gekommen“, berichtet Michael Klaus von der Betriebsstelle Cloppenburg des NLWKN.

Und auch die Aussicht auf den von Meteorologen vorausgesagten Wetterumschwung wird nach Einschätzung der Gewässerexperten vorerst wenig an der vielerorts angespannten Situation ändern: „Dazu bräuchte es einen klassischen Landregen, also anhaltenden gleichmäßigen Niederschlag mit geringer Intensität, der derzeit allerdings nicht in Sicht ist“, bedauert Michael Klaus.


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