Workcamp in Haselünne Jugendliche aus aller Welt helfen Eisenbahnfreunden

Von Martin Reinholz

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Haselünne. Zwölf Jugendliche aus aller Welt haben im Rahmen eines 14-tägigen Workcamps des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (ijgd) in Haselünne die Eisenbahnfreunde Hasetal unterstützt.

Zu ihrem Projekt in Haselünne gehörten das Streichen eines Güterwagens und Sanierungsarbeiten am Lokschuppen der Eisenbahnfreunde. Daneben unternahmen sie unterschiedliche Ausflüge und zahlreiche Aktionen in der Hasestadt und der näheren Umgebung.

Den Anstoß zu der Teilnahme der Haselünner Eisenbahnfreunde gab das Regionalmanagement des Zweckverbandes Erholungsgebiet Hasetal, sagte dessen Regionalmanagerin Annette Morthorst bei einem Pressetermin zum Ende des Workcamps am Haselünner Lokschuppen. Das Regionalmanagement trage einen erheblichen Teil der Unterbringungs- und Verpflegungskosten der Jugendgruppe, die auf dem Ferienhof Niemann in Haselünne-Lahre untergebracht war.

Die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) organisieren seit mehr als 60 Jahren gemeinsam mit Städten, Gemeinden, Jugendämtern, Forst- und Umweltschutzbehörden oder Vereinen internationale Workcamps in Deutschland, erklärte Marie-Luise Lautsch aus Magdeburg, die zusammen mit dem Russen Dimitri Sharkov die Gruppe in Haselünne betreute. Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren aus aller Welt können sich für die Teilnahme bewerben, sagte die Studentin, die sich in ihren Semesterferien ehrenamtlich für den ijgd engagiert.

Sieben Nationen

Die Jugendlichen in Haselünne kommen aus der Türkei, Spanien, Russland, Italien, Frankreich, Tschechien und Serbien. Während zehn Teilnehmer täglich von morgens acht bis mittags um 14 Uhr am Lokschuppen arbeiteten, waren zwei Teilnehmer für das Zubereiten des Mittagessens und des Abendessens auf dem Hof Niemann verantwortlich. Dazu gehörten die Erledigung der notwendigen Einkäufe und das Sauberhalten der Unterkunft.

Insgesamt hätten die Jugendlichen viel Spaß gehabt, sagte Lautsch. Das gemeinsame Arbeiten, das Kochen landestypischer Gerichte, das gegenseitige Kennenlernen und zahlreiche Gespräche stießen auf eine „riesige Resonanz“. Während die Jugendlichen die Anreise nach Deutschland selber zahlen müssen, wird die Unterkunft und Verpflegung gemeinsam durch den ijgd und ihre Partner finanziert.

Die Kommunikation bei der Arbeit auf dem Gelände des Lokschuppens erfolgte neben einem „dürftigen Englisch“ zum Teil auch durch Handzeichen und Gestik. „Die grundsätzlichen Fachbegriffe aus dem Bereich der Eisenbahn haben die jungen Leute recht schnell verstanden“, lobte Aloys Hegge, Kassenwart des Haselünner Vereins, die Motivation der Jugendlichen. „Wenn einige auch morgens um acht Uhr noch recht müde wirkten, sind sie jedoch recht schnell bei der Sache“, meinte Hegge, der gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern die Jugendlichen am Lokschuppen betreute.

„Schöne Stadt“

Die aus Moskau stammende 19-jährige Anna fand, dass Haselünne eine „kleine, schöne Stadt“ ist. „Die Menschen sind sehr freundlich“, sagte die Studentin in fast perfekter deutscher Sprache. Das gesamte Geschehen rund um die historische Dampflok sei für sie „eine völlig neue Erfahrung“. Besonders beeindruckt habe sie die Fahrt mit dem historischen Dampfzug.

„Ich bin wirklich froh über die Teilnahme hier“, sagte der 17-jährige Aleksa aus Serbien. Der in Novi Sad beheimatete High-School-Schüler sagte auf Englisch, dass „meine hohen Erwartungen voll erfüllt wurden.“ Besonders lobte er die gute Organisation und gute Betreuung vor Ort.

Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer, der auch gleichzeitig Vorsitzender des Regionalmanagements des Zweckverbandes Hasetal ist, sieht in dem Workcamp einen Beleg dafür, dass ein problemloses Zusammentreffen von Menschen möglich ist, ohne über die Herkunft nachzudenken.

Dankbar für Hilfe

Das Projekt biete den Haselünner Eisenbahnfreunden die Möglichkeit, notwendige Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten durchzuführen und bietet darüber hinaus eine besondere Art der Menschenzusammenführung. „Ein sehr schönes Projekt“, aus dem sich sicherlich Freundschaften und Bekanntschaften zwischen den Jugendlichen untereinander und den Vereinsvertretern der Eisenbahnfreunde über die 14 Tage hinaus entwickeln, meinte der Bürgermeister.

Zufrieden äußerte sich der Vorsitzende der Haselünner Eisenbahnfreunde, Torsten Weber. „Mithilfe der Jugendlichen konnten wir unseren Güterwagen komplett streichen“. Zudem wurden die Tore des Lokschuppens ausgebessert. „In mehr als 600 Arbeitsstunden wurde hier viel geschaffen“, meinte Weber.


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