Wegen Wasser- und Sauerstoffmangel Großes Fischsterben in Lotter Beeke in Haselünne

Von Harry de Winter

Ein verendeter Graskarpfen in der Lotter Beeke. Foto Harry de WinterEin verendeter Graskarpfen in der Lotter Beeke. Foto Harry de Winter

Haselünne. Wer an dem Bach Lotter Beeke bei Haselünne entlang läuft, dem steigt derzeit an vielen Stellen unangenehmer Verwesungsgeruch in die Nase. Überall entlang des Gewässers treiben verendete Fische an der Wasseroberfläche. Die Auswirkungen der Hitze und des fehlenden Regen hat hier zu einem Fischsterben geführt.

Überall entlang des Ufers der Lotter Beeke richt es nach verendeten Fischen. Für den Vorsitzenden des Haselünner Angelsportvereins Heinz Grothues ist es ein schrecklicher Anblick, wenn er die kapitalen Karpfen leblos und aufgebläht an der Wasseroberfläche treiben sieht. "Da blutet einem das Herz", sagt der 68-Jährige. 


Dieser Karpfen hat es nicht geschafft, in ein tieferes Gewässer zu schwimmen. Der Kadaver ist von Maden übersät. Foto: Harry de Winter

Fische in der Falle

Die Gründe für das verenden der Fische sind der niedrige Wasserstand und der geringe Sauerstoffgehalt. "Es fehlt etwa ein halber Meter Wasser in der Beeke", erklärt Grothues. "An vielen Stellen beträgt die Wassertiefe nur noch wenige Zentimeter. Überall verlandet das Gewässer. Die Fische stecken oft in der Falle und können nicht mehr in tiefere Bereiche schwimmen." Wasserpflanzen, die sonst unter der Oberfläche sind, liegen im Freien. Auch sie leideten sehr unter den Umständen, sagt Grothues. "Es muss nun dringend Regnen, damit frisches Wasser in die kleinen Bäche kommt. Glücklicherweise ist die Lage in den größeren Gewässern wie der Hase und vielen Seen noch in Ordnung."


Immer mehr verlandet die Lotter Beeke bei Haselünne. Foto: Harry de Winter


Zu wenig Sauerstoff

Der Landkreis Emsland hatte schon in der vergangenen Woche ein Fischsterben in der Lotter Beeke registriert, teilt die Behörde auf Anfrage mit. Die Menge der verendeten Fische sei aber unbekannt. Als Ursache werde zu geringer Sauerstoffgehalt vermutet. Eine Kontrolle auf illegale Einleitungen und Entnahmen an der Beeke fiel negativ aus. 


An der Uferkante ist gut zu erkennen, wie hoch das Wasser normalerweise in der Lotter Beeke steht. Es fehlt ein guter halber Meter. Foto: Harry de Winter

Drei Fischsterben im Emsland bekannt

Insgesamt verzeichnete der Landkreis bislang drei Fischsterben im Emsland, die in allen Fällen auf Sauerstoffmangel zurückzuführen waren. Wegen des anhaltend warmen Wetters sei von weiteren Fischsterben auszugehen, so die Behörde. Für die Überwachung der Gewässer wäre in erster Linie der jeweilige Eigentümer verantwortlich. Hinweise gingen dem Landkreis Emsland aber auch von Gemeinden oder Spaziergängern zu, teilt die Behörde weiter mit. Für die Entsorgung der verendeten Fische sei der Fischereiberechtigte, im Regelfall der Angelsportverein als Pächter oder Eigentümer, verantwortlich. 

Grafik: NOZ/Heiner Wittwer


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