Stadtrundgang mit dem Ferienpass Burgfräulein entführt Kinder in Haselünnes Geschichte

Von Martin Reinholz

Die Kinder am Haus Russell, dem heutigen Burghotel in der Haselünner Innenstadt. Foto: Martin ReinholzDie Kinder am Haus Russell, dem heutigen Burghotel in der Haselünner Innenstadt. Foto: Martin Reinholz

Haselünne. Das Haselünner Burgfräulein Gabriele Oellrich hat rund 20 Kinder im Rahmen der Ferienpassaktion der Stadt Haselünne in die Geschichte der Hasestadt entführt.

Im Rahmen einer einstündigen Stadtführung wurden besondere Orte, Straßen und Plätze der Stadt erkundet. Die Kinder erhielten umfangreiche Informationen und stellten viele Fragen. Eigentlich war die Stadtführung als Rundgang mit dem Nachtwächter geplant. Dieser sei aber leider verhindert, sagte das Burgfräulein und begrüßte die Kinder mit einem „Gott zum Gruße, liebe Leute“.

Die Namensgebung Haselünnes beruhe auf der historischen Erkenntnis, dass vor etwa 1500 Jahren an dem Flusslauf der Hase Rundhölzer – sogenannte „lunni“ – gelegt worden seien, um eine Furt zum Überqueren des Flusses zu schaffen, erklärte das Burgfräulein den Kindern. Aus dem Namen „Lunni“ und „Lunne“ wurde dann in Zusammenhang mit der Flussbezeichnung „Hassa“ (dunkles Wasser), später Hase, der Name Haselünne.

An der St. Vincentius-Kirche berichtete Gabriele Oellrich den Kindern von der im Jahr 1656 in Haselünne ausgebrochenen Pest. An den Kirchenmauern konnten die Kinder noch „Schürfstellen“ erkennen, die vom Abschürfen des Steinmehls durch die Erkrankten herrühren. Im Glauben an die Hilfe Gottes haben die Menschen damals das Steinmehl in der Hoffnung auf Besserung in ihr Essen eingerührt, erklärte das Burgfräulein.

Als die Pest wütete

Über die Petersilienstraße ging es dann zum Haus Russell, das heute das Burghotel beherbergt. Im Burghotel konnten die Kinder eine alte Ritterrüstung bewundern und durch den unterirdischen Verbindungsgang der beiden historischen Gebäude die Steintorstraße „unterqueren“.

Ein weiterer Weg führte die Gruppe schließlich in die zurzeit als Baustelle befindliche Ritterstraße mit dem Westerholtschen Burgmannshof, dem ältesten Gebäude im Emsland, wie Gabriele Oellrich erläuterte. Über dem neuen Platz am historischen Wasserturm ging es dann über den Markt zum Rathaus der Stadt. Auf dem Marktplatz erzählte Oellrich den Kindern vom großen Stadtbrand im Jahr 1849, wo am 10. August 101 Häuser ein Opfer der Flammen wurden. Im Rathaus gab es abschließend eine Erfrischung und die Kinder konnten voll mit vielen Neuigkeiten aus alter Zeit über ihre Heimatstadt nach Hause gehen.


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