Umleitung bis Mitte August Trotz Verbots: Radfahrer und Fußgänger mitten auf neuer Hasebrücke Haselünne

Von Carola Alge


Haselünne. Ein Radfahrer schiebt sein Gefährt, aus Richtung Lingen kommend, mitten über die neue Hasebrücke in Haselünne. Ein Lkw nähert sich von hinten, fährt nah an ihm vorbei. Der Brummifahrer hupt mehrfach. Zu Recht. Für Radfahrer und Fußgänger ist das Bauwerk derzeit noch immer gesperrt.

  • Die neue Hasebrücke Haselünne ist für den motorisierten Verkehr frei
  • Für Fußgänger und Radfahrer ist sie bis Mitte August weiter gesperrt
  • Dennoch gibt es immer wieder Verstöße
  • Es entstehen gefährliche Situationen

Nur der motorisierte Verkehr darf offiziell seit einer Woche ( wir berichteten) über das 2,4 Millionen Euro teure Bauwerk rollen. Aktuell laufen noch Abbrucharbeiten der alten Haselünner Hasebrücke. Ein Widerlager bleibt erhalten und soll für eine Aussichtsplattform an der Hase sorgen, die die Stadt im Zuge des neu entstehenden Platzes am Wasser noch gestaltet.

Durchfahrverbot

Die Restarbeiten sind der Grund dafür, dass der auf diese Seite verlegte neue Radfahrer- und Fußgängerweg bis voraussichtlich Mitte August weiter nicht passierbar ist. Weißrote Absperrbaken der Bereiche stadtein- und stadtauswärts signalisieren von Weitem gut erkennbar: Stopp, hier geht es nicht weiter. Ein zusätzliches Verkehrschild dokumentiert das Durchfahrverbot ebenfalls. Umleitungen sind ausgeschildert.

Daran halten sich aber manche Fußgänger und Radfahrer nicht. Vor allem Radler bleiben vor den Absperrungen stehen, stutzen, überlegen, wo es weitergeht. „Wir können doch hier an der Seite an der Barriere vorbei und dann auf dem schmalen grauen Stück geradeaus weiter“, überlegt ein Fahrradfahrer mit seiner Ehefrau. Beide kommen aus Richtung Lingen bzw. dem Wohngebiet Distelweide und wollen hinter der ehemaligen Gaststätte Esders weiter in die Innenstadt. Der kürzeste Weg wäre der über die neue Brücke. Aber es ist aktuell auch der gefährlichste – und eben verboten.

U 7 und U 8 folgen

Die Umleitung erfolgt für Fußgänger und Radfahrer stadteinwärts (U 7) über Poller Straße, Distelring, Binsenweg, Plesseparkplatz neben der Bundesstraße entlang zur Hasestraße. Umgekehrt (U 8) geht es von der Hasestraße neben der Bundesstraße entlang, Plesseparkplatz, Binsenweg, Distelring und Poller Straße. Der Radweg zwischen ehemals Esders (heute Mongole) und dem Diestelring ist wieder geöffnet.

„Die Umleitung ist zwingend zu benutzen. Ein Radfahrer bzw. Fußgänger hat im fließenden Verkehr auf der B213 nichts zu suchen“, appelliert Projektleiter Michael Hilgen, niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lingen, an die Verkehrsteilnehmer.

Ab Mitte August werden Fußgänger und Radfahrer über den verlegten neuen Weg geführt. Der im Zuge der alten Brücke noch über die alte Rad- und Fußgängerbrücke verlaufende Verkehr wurde mit dem Brückenneubau auf die gegenüberliegende Seite verlegt und wird bis in die Hasestraße geführt (von der Innenstadt gesehen demnächst also rechts und nicht mehr links).

Appell der Stadt

Die Stadt Haselünne sieht derzeit, wie Bürgermeister Werner Schräer auf Anfrage unserer Redaktion sagt, „trotz der Freude über die weitestgehende Fertigstellung der Hasebrücke mit Sorge auf das Verhalten von einigen Radfahrern und Fußgängern, die trotz der eindeutigen Absperrungen und den entsprechenden Umleitungshinweisen sich den Weg über die Brücke durch den starken Pkw- und Lkw-Verkehr suchen“. Er richtet deshalb an alle Radfahrer und Fußgänger den dringenden Appell, bis zur Fertigstellung des Rad- und Fußweges die ausgewiesenen Umleitungen zu nutzen, auch wenn dadurch ein kleiner Umweg gegeben sei. „Dieser ist allemal besser als die Gefahr, der man sich ansonsten aussetzt.“


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