„Nicht aus Bequemlichkeit abstellen“ Beige Flächen am sanierten Markt Haselünne keine Parkbereiche

Von Carola Alge


Haselünne. Seit knapp vier Wochen ist der sanierte Markt in Haselünne wieder für den motorisierten Verkehr geöffnet. Der neu gestaltete Bereich werde, wie Bürgermeister Werner Schräer im Interview sagt, von den Bürgern als gelungen und attraktiv empfunden. Für Irritationen sorgten zurzeit allerdings die beigen Querungsbereiche, die viele irrtümlich für Parkflächen hielten.

Herr Schräer, der Haselünner Markt ist seit knapp vier Wochen wieder für den motorisierten Verkehr geöffnet. Wie ist die Resonanz nach der Sanierung?

Die Sanierung des Marktes ist schon während der Bauarbeiten intensiv von der Bürgerschaft betrachtet worden, und je nach Baufortschritt wurde in den Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern deutlich, dass die Konzeption für die Neugestaltung durchweg positiv gesehen wird. Nun nach der weitestgehenden Fertigstellung habe ich in den letzten Wochen von vielen Bürgern die Aussage erhalten, dass die Gestaltung des Marktes absolut gelungen und der Markt deutlich attraktiver geworden ist.

Die Möblierung des Markts ist noch nicht ganz abgeschlossen. Sind weitere Fahrradständer vorgesehen? 70 bis 80 Fahrräder auf jeder Seite des Markts sind auch in der Woche keine Seltenheit und werden stellenweise recht „wild“ abgestellt ...

In der Frage der Möblierung des Marktes erleben wir gerade, dass aufgrund der guten Konjunktur unter anderem die neuen Sitzbänke deutlich längere Lieferzeiten haben. Dadurch können diese voraussichtlich erst in den nächsten 14 Tagen aufgestellt werden. Aktuell haben wir als Provisorium einige schlichte Bänke für Verweilmöglichkeiten aufgestellt. Außerdem haben wir für vier Standorte jeweils auf beiden Seiten am Anfang und Ende des Marktes Fahrradständer errichtet, stellen aber bereits jetzt fest, dass die Anzahl der Fahrradständer nicht ausreicht, und wir prüfen gerade, wo weitere Standorte möglich sind. Auf Basis der bisherigen Erfahrungen hatten wir ursprünglich eine so hohe Zahl an Besuchern mit Fahrrädern nicht erwartet, und insofern soll auf dem Markt ein ergänzendes Angebot geschaffen werden, damit möglichst kein ungeordnetes Abstellen der Fahrräder erfolgt und die Laufwege frei bleiben.

Wichtig war der Stadt, im Zuge der Sanierung optisch entsprechend gekennzeichnete Querungsbereiche zu schaffen, die es vor allem beeinträchtigten Bürgern ermöglich, gefahrlos über die Straße zu kommen ...

Grundsätzlich sind die drei farblich abgesetzten Gestaltungsflächen für ein besseres Queren des Marktes in Betonstein erstellt worden, damit sie zum einen optisch gleich ins Auge fallen und zum anderen auch im Belag deutlich griffiger und ebener sind. In diesen Flächen sind auch Spielgeräte und Sitzmöglichkeiten sowie zum Beispiel das Stadtrelief und das Wasserspiel mit der Marktfrau und den Ziegen eingebracht. Leider müssen wir jedoch seit der Freigabe für den motorisierten Verkehr feststellen, dass einige Auto- und Motorradfahrer diese Flächen als Parkplätze betrachten und grundsätzlich auch kein Verständnis dafür haben, nur die besonders markierten großzügig angelegten Parkplätze zu nutzen. Hier würde ich mich sehr darüber freuen, wenn die Fahrzeugführer sich an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten würden und nicht für sich in Anspruch nehmen, ihr Fahrzeug aus Bequemlichkeit „mal eben“ dort abzustellen, wo scheinbar ein Freiraum ist. Diese Freiräume bestehen im Übrigen nur noch eine kurze Zeit bis dass die Möblierung abgeschlossen ist.

Und wie sieht es mit der Geschwindigkeit der Autofahrer aus?

In Haselünne ist das Zentrum als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, und insofern gilt Schrittgeschwindigkeit. Leider erleben wir aber immer wieder Situationen, in denen Fahrzeugführer deutlich höhere Geschwindigkeiten scheinbar ganz bewusst fahren und insbesondere die weiteren Verkehrsteilnehmer gefährden. Über die Beweggründe kann man trefflich diskutieren, aber aus meiner Sicht ist es neben Achtlosigkeit bei dem ein oder anderen wohl auch Imponiergehabe, denn auffällig ist, das oftmals schwere Motorräder und getunte Fahrzeuge eine zu hohe Geschwindigkeit fahren oder durch erhöhten Lärm auffallen.

Gehen Sie gegen Falschparker in diesen Bereichen vor?

Im Rahmen der Überwachung des ruhenden Verkehrs wird natürlich das Falschparken geahndet, jedoch können wir nicht rund um die Uhr kontrollieren, und für alle Beteiligten wäre es doch wesentlich angenehmer, wenn gar nicht erst kontrolliert werden müsste.

Wie reagieren betroffene Verkehrsteilnehmer?

Leider sind bei Weitem nicht alle einsichtig, sondern zunächst wird auf das bereits zitierte „mal eben“ und „ich war doch keine drei Minuten dort im Geschäft“ verwiesen. Tendenziell ist hierbei festzustellen, dass der Falschparker nicht bei sich den Fehler sucht, sondern es als ungerecht empfindet, dass er nun ein Bußgeld erhält.

Neu ist am Markt auch die Straßenbeleuchtung. Kommt die an?

Nach dem mittlerweile auch die neuen Straßenleuchten und Bodenstrahler für die Bäume installiert sind, haben sich in den letzten Tagen viele Bürger sehr positiv zur neuen Beleuchtung am Markt geäußert und die Ausleuchtung als sehr angenehm und mit einer sehr schönen Atmosphäre beschrieben. Umso mehr freut es mich, dass die im Vorfeld vom Rat beschlossenen Pläne gut aufgenommen werden, und wir dürfen uns damit im Weiteren auf die bis Ende August vorgesehene Fertigstellung des Umfeldes am Wasserturm und der Ritterstraße freuen.

Abgeschlossene Baumaßnahmen werden gewöhnlich eingeweiht. Ist eine solche Feier am Markt geplant?

Grundsätzlich feiern wir in Haselünne gerne, aber eine Entscheidung, wie wir nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen am Markt sowie den weiteren Flächen am Wasserturm und der Ritterstraße diese Projekte abschließen, ist noch nicht erfolgt. Zunächst blicken wir mit großer Freude auf den am zweiten Wochenende im September stattfindenden Korn- und Hansemarkt, der in diesem Jahr gemeinsam mit dem 35. Westfälischen Hansetag in Haselünne stattfindet, und laden dazu herzlich ein, unsere neu gestalteten Plätze und Straßen im Flair des Mittelalters zu erleben.


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